Entscheidung im Schulträgerausschuss

Überfüllte Klassenzimmer: Neue IGS kommt nach Mommenheim

Der Kreis Mainz-Bingen braucht dringend neue Schulen. Jetzt steht fest, dass eine Integrierte Gesamtschule in Mommenheim gebaut werden soll. Das sind die Gründe für den Standort.

Teilen

Stand

Die Schulen im Kreis Mainz-Bingen platzen aus allen Nähten. Die bestehenden Integrierten Gesamtschulen in Ingelheim, Nieder-Olm, Oppenheim und Sprendlingen können nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen - zuletzt mussten etwa 400 Kinder abgelehnt werden.

Eine Petition hatte dringend neue Schulen gefordert. Und auch der Schulentwicklungsplan zeigt, dass die Schülerzahlen weiter steigen werden. Seit Februar ist deshalb klar: Der Kreis Mainz-Bingen bekommt eine neue IGS.

Neue IGS soll in Mommenheim entstehen

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort sind die Verantwortlichen nun fündig geworden: Der Schulträgerausschuss hat am Dienstagnachmittag entschieden, dass die neue IGS in Mommenheim gebaut werden soll.

Für die Entscheidung hat die Kreisverwaltung zusammen mit einem Planungsbüro aus Kaiserslautern verschiedene mögliche Standorte analysiert: in Nackenheim, Hahnheim, Mommenheim, Undenheim und Bodenheim. Dabei wurden verschiedene Kriterien unter die Lupe genommen: Wie zentral ist die Lage? Könnte man die Schule gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen? Lässt sich ein Neubau dort leicht umsetzen?

Ingelheim

Forderung nach Neubauten Schulen im Kreis Mainz-Bingen am Limit: Übergabe von Petition

Die weiterführenden Schulen im Landkreis Mainz-Bingen platzen aus allen Nähten. Mehr als 2.200 Menschen fordern mit einer Petition den Landrat zum Handeln auf.

SWR4 am Mittwoch SWR4

Vorteile des IGS-Standorts Mommenheim

Mit einer Fläche von rund 37.000 Quadratmetern bietet das Grundstück in Mommenheim laut Kreisverwaltung ausreichend Platz für die neue Schule. Außerdem sei die Verkehrsanbindung optimal: Die Nähe zur Rheinhessenstraße ermögliche, dass der Schülerverkehr einfach abgewickelt werden könne und auch die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr sei gegeben.

Gleichzeitig sei auch sichergestellt, dass Schülerinnen und Schüler aus den Verbandsgemeinden Rhein-Selz, Bodenheim und Nieder-Olm die Schule gut erreichen können.

Zudem spreche für Mommenheim, dass die IGS hier schnell geplant und umgesetzt werden könnte. Im Vergleich zu den anderen Standorten gibt es hier laut Kreis deutlich geringere Konfliktpotenziale - beispielsweise, was die Umweltvorgaben betrifft.

Bürgermeister: Neue Schule attraktiv für Mommenheim

Dass die IGS in Mommenheim entstehen soll, hat beim Bürgermeister der Gemeinde gemischte Gefühle ausgelöst. Die neue Schule sei für den Ort natürlich attraktiv, andererseits bedeute sie auch eine Herausforderung, sagte Bürgermeister Rainer Raab (SPD) dem SWR. So gebe es zum Beispiel keine Garantie, dass Kinder aus Mommenheim auf der Schule automatisch aufgenommen werden.

Im Moment bin ich noch positiv gestimmt, aber ich weiß nicht, was noch auf uns so zukommt.

Positiv sei, dass für die IGS ein Sportplatz und eine Halle gebaut werden sollen, die auch von den Mommenheimer Vereinen mitgenutzt werden können. Außerdem ist die Schule neben einem Gewerbegebiet geplant, das sowieso erweitert werden soll. Die zusätzlichen Kosten für die Gemeinde sollten sich deshalb im Rahmen halten, so Raab.

Kreistag und ADD müssen Okay für neue IGS geben

Über die Pläne für eine neue IGS in Mommenheim muss am Freitag (17. April) noch der Kreistag Mainz-Bingen entscheiden. Den entsprechenden Antrag für eine neue Schule muss im Anschluss zudem die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) genehmigen. Parallel dazu laufen die Planungen für ein neues Gymnasium in Stadecken-Elsheim.

Ingelheim

Schulträgerausschuss Mainz-Bingen Stadecken-Elsheim bekommt Gymnasium - Standort für neue IGS noch unklar

Der Schulträgerausschuss des Kreises Mainz-Bingen hat gestern Abend beschlossen, dass ein neues Gymnasium und eine neue IGS gebaut werden. Stadecken-Elsheim bekommt das Gymnasium. Für die neue IGS werden noch fünf mögliche Standorte geprüft.

Nieder-Olm

Kritik von Elternbeirat Gymnasium Nieder-Olm startet Schuljahr mit zehn 5. Klassen

Mit dem neuen Schuljahr kommen so viele neue Schüler ans Gymnasium in Nieder-Olm, dass zehn 5. Klassen eingerichtet werden. Die Elternvertreter sagen: "Das ist zu viel."

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Katja Jorwitz
SWR4 Moderatorin Katja Jorwitz
Alexander Dietz
Alexander Dietz ist Reporter im SWR Studio Mainz.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!