Nach Angaben des Landesunterschuchungsamtes (LUA) wurden in der Kalenderwoche 46 (10. bis 16. November) ingesamt 57 Proben aus rund 40 rheinland-pfälzischen Arztpraxen an das LUA gesandt und dort untersucht.
Bei sieben Prozent aller eingesandten Proben wurde das Influenza-Virus nachgewiesen. Gleichzeitig wurde von den diagnostischen Laboren des Landes ein mäßiges Infektionsgeschehen gemeldet - allerdings mit einer starken Zunahme zur Vorwoche von rund 47 Prozent. Zum Vergleich: Die Steigerungsrate bei Covid-19-Infektionen lag im selben Zeitraum bei plus acht Prozent. Bei RS-Viren gebe es derzeit insgesamt niedrige Infektionszahlen, teilte das LUA weiter mit.
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Impfung schützt vor schweren Verläufen
Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) bezeichnete das Influenza-Virus als hochansteckend. Es könne bei vulnerablen Gruppen zu schweren Verläufen führen. Die Grippeschutzimpfung biete einen wirksamen Schutz gegen verschiedene Grippetypen und werde jährlich an die vorherrschenden Virustypen angepasst. Auch in der Impfsaison 2025/2026 werde mit einem Vierfach-Impfstoff, der sich aus den jeweiligen, von der WHO aktuell empfohlenen, Influenza-A/-B-Stämmen zusammensetzt, geimpft. Die Kosten würden von den Krankenkassen übernommen.
Projekt in Koblenz Impfungen gegen Corona, Grippe und Co. für wohnungslose Menschen
Zum Arzt gehen und sich impfen lassen: Für viele ist das eine Selbstverständlichkeit. Für Menschen, die auf der Straße leben, ist es oft eine große Hürde. Ein Projekt will helfen.
Risikogruppen sollten sich impfen lassen
Auf mögliche schwere Krankheitsverläufe machte auch der Vize-Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Michael Fink, aufmerksam. "Die Grippeimpfung ist eine einfache und wirksame Maßnahme, um eine Erkrankung mit schwerer Symptomatik und Ansteckungen zu verhindern. Ich empfehle daher allen, besonders Risikogruppen, die Impfung wahrzunehmen und so Verantwortung für die eigene Gesundheit und die Gemeinschaft zu übernehmen", betonte Fink.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine Grippeimpfung zwischen Oktober und Dezember, um zum Höhepunkt der Grippewelle geschützt zu sein. Eine Impfung könne aber auch später im Verlauf der Grippesaison noch sinnvoll sein, da der Schutz meist mehrere Monate anhalte und Grippewellen auch später beginnen könnten.
Eine Influenza ist nicht zu verwechseln mit einer schweren Erkältung durch einen grippalen Infekt. Die Impfung wirkt auch nicht gegen "normale" Erkältungen, sondern nur gegen die "echte" Grippe. Sie kann auch nicht in jedem Fall eine Infektion verhindern, aber vor schweren Verläufen schützen.
Das empfiehlt die Ständige Impfkommission
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung für:
- alle Personen ab 60 Jahren
- alle Schwangeren ab der 13. Schwangerschaftswoche, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab Beginn der Schwangerschaft
- Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie etwa Multiple Sklerose oder HIV)
- Bewohner von Senioren- oder Pflegeheimen
- Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
- Personen, die regelmäßigen und direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln und Robben haben. Das können Mitarbeitende in Nutztierhaltungen, Zoos, Tierparks, Tierheimen oder Auffangstationen, Tierarztpraxen und Schlachthöfen sein.