In Rheinland-Pfalz werden offenbar keine US-Soldaten abgezogen, auch nicht auf dem US-Luftwaffenstützpunkt im pfälzischen Ramstein, dem größten außerhalb der USA. Mit seinen rund 9.000 Soldaten spielt er für die Amerikaner eine große strategische Rolle.
Mindestens 5.000 Soldaten weniger, vielleicht sogar mehr USA wollen Truppen in Deutschland reduzieren: Sorgen in Rheinland-Pfalz
US-Verteidigungsminister Hegseth hat den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. US-Präsident Trump spricht von weit mehr personellen Abzügen. Ob auch US-Stützpunkte in RLP betroffen sind, ist bisher offen.
Rheinland-Pfalz bleibt vom US-Truppenabzug verschont
Betroffen vom Abzug sei vielmehr die sogenannte Stryker-Brigade in Vilseck in Bayern, berichtete der Bayerische Rundfunk (BR) am Montag unter Berufung auf Kreise der US-Armee. Offiziell bestätigt ist das noch nicht. Die Einheit gehört zum US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Insgesamt sind dort 13.000 US-Soldaten stationiert. Die Stryker-Brigade kann relativ einfach verlegt werden. Sie hat keine angeschlossene Infrastruktur wie Ramstein mit dem Flughafen und dem US-Hospital Landstuhl.
Verzicht auf Stationierung von Tomahawk-Raketen in Wiesbaden
Allerdings macht Fachleuten eine andere militärische Entscheidung der USA noch größere Sorgen als der mögliche Abzug von Soldaten.
Es geht um die für dieses Jahr geplante Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland. Die Tomahawk-Marschflugkörper sollten von Wiesbaden aus, dem Sitz des Hauptquartiers der US-Armee für Europa und Afrika, bedient werden. Das Kommando befindet sich in der sogenannten Storage Station im hessischen Mainz-Kastel.
Jetzt kommen die Tomahawks wohl erst einmal nicht. Laut US-Medien hat Präsident Donald Trump die Stationierung abgesagt. Den Informationen zufolge wird die USA das benötigte Bataillon nicht nach Wiesbaden entsenden.
Die Stationierung von "Tomahawk"-Marschflugkörpern mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern war 2024 unter US-Präsident Joe Biden und Kanzler Olaf Scholz vereinbart worden. Sie waren als konventioneller Schutz geplant, um einer nuklearen Bedrohung aus Russland entgegenzuwirken. In Kaliningrad stationierte russische Raketen könnten Deutschland erreichen.