Zelte, Schlafsäcke und Musikinstrumente - Anna Stetska räumt das alles in Kisten. Sie bereitet in einer Lagerhalle in Kenn bei Trier einen Hilfstransport vor, der in einigen Tagen in die Ukraine fahren soll. Die 27-Jährige ist vor drei Jahren selbst wegen des Krieges aus der Stadt Odessa im Süden des Landes nach Trier geflohen.
Sie engagiert sich seitdem in der Deutsch-Ukrainischen-Gesellschaft in Trier, um den Menschen in ihrer durch den Krieg zerstörten Heimat zu helfen. "Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind und sie in ihrer Not immer weiter unterstützen", sagt Stetska.
Großer Wunsch nach Frieden in der Ukraine
Ihre Eltern sind in der Ukraine geblieben. Die 27-Jährige denkt jeden Tag an ihre Familie. "Sie geben mir Kraft, immer weiterzumachen", so Stetska weiter. Sie fragt sich immer wieder, was passieren muss, damit der Krieg in der Ukraine aufhört. "Wir wollen Frieden, sodass in der Ukraine bald keine Menschen mehr sterben müssen", betont die Ukrainerin.
Politiker können in Ruhe schlafen, während in der Ukraine Menschen sterben.
Die Welt schaut heute auf das Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Alaska. Sie wollen dort über ein Ende des Ukraine-Krieges verhandeln. Stetska geht nicht davon aus, dass es beim Treffen zwischen den beiden Staatschefs zu einem großen diplomatischen Durchbruch kommt.
"Für Politiker ist das alles nur ein Spiel. Sie können in Ruhe schlafen und weiterleben, während in der Ukraine täglich Menschen durch den Krieg sterben", so die 27-Jährige. Sie vertraut den Politikern nicht mehr. "Wir haben die Probleme, nicht sie", sagt Stetska.
Ukrainerin in Trier warnt vor Deals mit Putin
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hatte vor seinem Treffen mit Putin einen sogenannten Gebietstausch ins Spiel gebracht, ohne zu sagen, was damit konkret gemeint ist. Experten interpretieren das so, dass die Ukraine demnach einige ihrer Gebiete an Russland abtreten müsste. Im Gegenzug dafür würde die russische Armee ihre Angriffe auf die Ukraine einstellen und sich zurückziehen.
Putin wird nicht aufhören. Er wird weitere Länder erobern wollen.
Ukrainerin Anna Stetska aus Trier hält das für keine gute Idee. "Die Geschichte hat gezeigt, dass das nichts bringt. Russland hat im Jahr 2014 die Krim annektiert und danach auch weitergemacht. Putins Appetit nach Territorien wächst immer weiter", befürchtet Stetska.
"Selbst wenn Putin irgendwann die gesamte Ukraine erobern sollte, wird er nicht aufhören. Er wird versuchen, auch andere Länder in Europa zu erobern, so wie es Adolf Hitler getan hat", so die 27-Jährige. Russland dürfe nicht für seinen Angriffskrieg belohnt werden. "Wir können ihnen keine Gebiete schenken. Das bringt nichts", betont die Ukrainerin.
Kritik: Verhandlungen ohne Ukraine bringen nichts
Tobias Schneider sitzt für die FDP im Trierer Stadtrat und ist Präsident bei der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft in Trier. Er sieht das Treffen zwischen Trump und Putin kritisch. "Wir sollten unsere Erwartungen bremsen. Beide waren in der Vergangenheit nicht verlässlich und Putin als Kriegsverbrecher erst recht nicht", sagt Schneider.
Er habe bisher nicht wahrgenommen, dass Russland sich um Frieden wirklich bemüht. Außerdem findet er es nicht gut, dass die Ukraine nicht mit am Verhandlungstisch sitzt, obwohl es um sie geht. "Egal, was bei dem Treffen in Alaska herauskommt, es wird auf jeden Fall weiter verhandelt werden müssen", so der Präsident der Trierer Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft.
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Die Ukrainerin Anna Stetska will ihren Landsleuten auch in Zukunft weiterhelfen. Selbst wenn der Krieg enden sollte, bräuchten die Menschen in der Ukraine wohl noch lange Unterstützung.