Kritiker der Energiewende hatten lange zwei Argumente: Der Wind weht nicht immer und nachts scheint die Sonne nicht. Windräder und Solaranlagen produzieren also mal mehr und mal weniger Energie als gebraucht wird.
Wer trotzdem jederzeit Strom aus der Steckdose bekommen will, muss ihn speichern. Genau daran hapert es in Deutschland aber bislang. In der Region Trier jedoch tut sich etwas: Immer mehr Unternehmer wollen Batteriespeicherwerke bauen, heißt es bei den Kreisverwaltungen in der Region Trier.
Werke in Trier, Wittlich und Morbach geplant
Allein beim Kreis Bernkastel-Wittlich liegen derzeit zehn Bauvoranfragen. Sie kommen von Investoren aus ganz Europa. Sie wollen in Großlittgen und in Morbach bauen. In Föhren ist bereits ein Batteriespeicherwerk ans Netz gegangen. In Wittlich soll im kommenden Jahr für 250 Millionen Euro das größte Deutschlands entstehen.
Auch in Trier ist ein Batteriespeicherwerk geplant, im Vulkaneifelkreis sowie im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es sieben weitere Interessenten. "Die Anfragen häufen sich", sagt Pressesprecherin Waltraud Weber aus der Verwaltung in Bitburg.
Bau der Anlagen wird immer günstiger
"Ein Grund für den Boom ist, dass die Kosten für solche Batteriegroßspeicher stark gesunken sind", sagt Professor Henrik Te Heesen vom Umweltcampus in Birkenfeld. Insbesondere Lithium-Ionen-Batterien seien in den vergangenen Jahren günstiger geworden, weil China für den Bau von Elektroautos die Produktion hochgefahren hat.
Auch die Politik habe im neuen Energiewirtschaftsgesetz Anreize geschaffen. Speicher, die bis Ende 2028 ans Netz gehen, werden demnach für 20 Jahre von der Netz-Entgelt-Gebühr befreit. "Das hat es für Unternehmen attraktiver gemacht, zu investieren", so Te Heesen.
Zu wenig Batteriespeicher im Land
Nach seiner Ansicht werden aber trotzdem noch nicht genug Speicher gebaut. "Um Deutschland klimaneutral zu machen, bräuchte es neunmal so viele", sagt Te Heesen.
Platz genug gebe es. Ein Batteriecontainer ist nur etwa so groß wie eine Garage und in der Nähe der meisten Umspannwerke gibt es große Freiflächen: So wie am Ortsausgang des Wittlicher Stadtteils Wengerohr, wo nächstes Jahr das größte Batteriespeicherwerk Deutschlands gebaut werden soll.
Batteriespeicher oft "Neuland" für Behörden
In Wittlich zeigt sich aber auch, was die Energiewende noch ausbremst, nämlich die Bürokratie. Nächstes Jahr soll das Werk gebaut werden, der Wittlicher Bürgermeister Joachim Rodenkirch (CDU) spricht von einem "Meilenstein". Doch der Weg dahin war lang.
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Mehr als zwei Jahre haben die Investoren auf die Baugenehmigung gewartet. "So eine Anlage genehmigen zu lassen - das war Neuland für uns. Da haben uns die Erfahrungswerte gefehlt", heißt es bei der Kreisverwaltung.
Brandschutz beschäftigt Behörden besonders lange
Eine Frage hatte die Beamten besonders beschäftigt: Was wäre, wenn es zu einem Feuer kommen würde, so wie in Moss Landing Kalifornien?
Die Investoren mussten nachbessern: Geplant ist nun ein System, das die Batterieschränke im Brandfall kühlt und aus der Ferne abschaltet. Zusätzlich soll ein Wall entlang des Sterenbachs die Anlage vor Hochwasser schützen. "Bei den neuen Anfragen wissen wir jetzt, worauf wir uns einstellen müssen", so ein Sprecher der Kreisverwaltung.
"Verfahren müssen schneller werden"
Auch Professor Henrik Te Heesen vom Umweltcampus Birkenfeld ist zuversichtlich, dass die Verfahren kürzer werden. "Das Thema ist einfach noch neu, die Kommunen sind vielleicht noch ein bisschen unsicher", sagt der Physiker.
Anders in den USA, wo etwa in Texas und Kalifornien schon etliche Speicher ans Netz gegangen sind: "Da sehen wir, wie zügig das gehen kann. Und wir werden und wir müssen da auch schneller werden."