Nur ein kurzer Fußweg trennt das Schlossberg-Viertel von der malerischen Felsenkirche in Idar-Oberstein. Doch der Kontrast könnte kaum größer sein.
Ich sehe da schon eine Schwächung des Images. Besucher nehmen den Eindruck von Müll und Dreck mit nach Hause und berichten davon.
Auf der einen Seite das Wahrzeichen der Stadt, auf der anderen Seite ein Quartier, das zunehmend verwahrlost aussieht. In einigen Straßen liegt Müll herum, mehrere Gebäude stehen leer, der Putz bröckelt von den Wänden.
Vor Ort wird deutlich: Das Viertel kämpft seit Jahren mit zunehmendem Verfall. Und das sei ein Problem für die ganze Stadt, sagt Michael Dietz vom Burgenverein in Idar-Oberstein, der sich um das Schloss Oberstein über dem Viertel kümmert. "Ich sehe da schon eine Schwächung des Images. Besucher nehmen den Eindruck von Müll und Dreck mit nach Hause und berichten davon", sagt er.
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Einheimische ziehen weg
Doch die Situation wirkt sich nicht nur auf den Tourismus auf. Ein älterer Mann vom Schlossberg erzählt, dass mittlerweile einige Menschen weggezogen seien. Sie würden sich im Viertel nicht mehr wohlfühlen.
Dafür sei unter anderem auch die Zuwanderung verantwortlich. Am Schlossberg würden zunehmend Menschen mit Migrationshintergrund in heruntergekommenen Immobilien wohnen. Die seien zuvor aufgekauft und unsaniert weitervermietet worden. Die in den Wohnungen lebenden Menschen würden den Müll nicht immer richtig entsorgen.
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Teilweise seien Wohnungen und Häuser auch überfüllt, also zu viele Menschen auf zu wenig Raum. Das würde die Probleme verschärfen. Das bestätigt auch Hugo Kern, der sich mit seinem Planungsbüro den Schlossberg im Auftrag der Stadt genauer angesehen hat. "Der Schlossberg ist eigentlich ein tolles Quartier", sagt Kern. Jetzt gehe es darum, das Potenzial auch zu nutzen.
Entwicklungsgesellschaft für Problem-Quartier
Um den Abwärtstrend zu stoppen, hat die Stadt Idar-Oberstein eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Das Ergebnis: Mit einer Entwicklungsgesellschaft soll das heruntergekommene Viertel aufpoliert werden.
Dafür sucht die Stadt private Kapitalgeber, etwa Banken oder Immobilienentwickler, die bereit sind zu investieren. Leerstehende Häuser sollen so aufgekauft, saniert und langfristig entwickelt werden.
Gleichzeitig könnten Eigentümer stärker in die Pflicht genommen werden, ihre Immobilien instand zu halten. Förderprogramme von Bund oder Land und steuerliche Anreize sollen helfen, das Quartier wieder auf Kurs zu bringen. Erste Gespräche mit möglichen Partnern soll es bald geben.
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Auch Michael Dietz vom Schloss Oberstein hofft, dass sich am Schlossberg endlich was bewegt. "Der Schlossberg war mal ein sehr schöner Standort. Und es müssen alle an einem Strang ziehen, damit er das auch wieder wird."