Ein Spaziergang im Wald der Vereinigten Hospitien in Trier. Rechts und links ist alles grün, Pflanzen und Bäume wohin das Auge reicht. Doch so schön das aussehen mag: Viele Pflanzen gehören hier nicht hin, erklärt Revierleiter Maximilian Wedler.
Grünschnitt: Heimische Pflanzen werden verdrängt
Wedler zeigt auf eine wild wuchernde Pflanze am Wegesrand. Mehrere Quadratmeter Waldboden nimmt sie ein: der japanische Staudenknöterich. Eine Pflanze, die in diesem Wald eigentlich nicht vorkommt.
Die Natur, die im Garten ist, ist nicht die Natur, die wir im Wald haben.
Ein weiteres Beispiel ist der Kirschlorbeer. Eingeschleppt wurden solche Pflanzen durch Grünschnitt, den Menschen im Wald ablegen. Das sei ein Problem, so Wedler. Die neuen Arten breiten sich so stark aus, dass sie heimische Pflanzen verdrängen.
Wedler glaubt, dass vielen gar nicht klar ist, was ihr Grünschnitt im Wald anrichtet. Dabei kann man diesen an den Grüngutsammelstellen des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) kostenlos abgeben.
Illegale Müllablagerungen nehmen zu
Doch nicht nur Pflanzenreste aus den Gärten landen im Wald. Der A.R.T. spricht von immer mehr illegalem Müll, der dort abgeladen wird - vom normalen Restmüll über Sperrmüll bis hin zu Renovierungsabfällen. Bis Mitte 2026 wurden dem A.R.T. bereits 1.000 Fälle gemeldet. Im Jahr 2025 waren es insgesamt knapp 1.300. Zudem geht der Verband von einer hohen Dunkelziffer aus.
Auch die Forstämter in der Region Trier beobachten das verstärkt. Das Forstamt Trier berichtet von immer mehr Hausmüll im Wald. Dazu kommen Sperrmüll, Kühlschränke und sogar Bauschutt. Die Forstämter Hochwald und Bitburg stellen vor allem Müll entlang stark befahrener Straßen fest. Betroffen sind unter anderem die Bundesstraße 50 und die Landstraße 9. Aber auch an Waldeingängen liegt immer wieder Abfall. Es kommt sogar vor, dass Firmen ihren Bauschutt einfach im Wald entsorgen.
Illegaler Müll als Gefahr für Umwelt und Tiere
Wedler blickt nur wenige Meter neben den japanischen Staudenknöterich. Dort liegen mehrere Mülltüten, voll mit Dosen, Kleidung und weiterem Abfall. Daneben ein Bilderrahmen, dessen Glas vollkommen zersprungen ist. "Größere Mengen haben wir im Revier vier bis sechs Mal im Jahr - kleine Mengen finden wir fast täglich", sagt der Revierleiter.
Es ist eine Gefahr für die Tiere.
Besonders problematisch: Durch den Hausmüll steige die Gefahr, dass sich Wildschweine mit der Afrikanischen Schweinepest anstecken, weil sie infiziertes Fleisch oder Wurst im Abfall finden könnten. Dadurch könne sich die Krankheit im Wald ausbreiten. Das sei ein großes Problem.
Tiere können sich an Glas schwer verletzen oder es sogar verschlucken. Das Forstamt Trier bestätigt: Immer wieder sterben Tiere, weil sie sich beispielsweise an Glasscherben schneiden oder sich Plastik um den Hals wickelt. "Es ist eine Gefahr für die Wildtiere, die einfach vermeidbar ist", so Wedler.
Müllgebühren als Problem?
Die Landesforstverwaltung von Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass illegaler Müll zum einen daher kommt, dass Menschen zu bequem sind. Zum anderen könnten die Kosten für Müll ein Grund sein. Denn mittlerweile gibt es beim Hausmüll eine bestimmte Anzahl von Leerungen, die in den Gebühren enthalten sind. Für jede weitere Leerung zahlt der Verbraucher zusätzlich.
Der Abfallverband A.R.T. sieht das anders. Aus den eigenen Aufzeichnungen gehe nicht hervor, dass vermehrt Hausmüll in die Natur geworfen wird - entgegen der Einschätzungen einiger Forstämter in der Region Trier. Stattdessen lägen eher vermehrt Sperrmüll, Altreifen oder andere Gegenstände und Materialien im Wald.
Aufklärung ist bei illegalem Müll schwierig
Nur rund die Hälfte der bei der Polizei angezeigten illegalen Müllablagerungen wird aufgeklärt. Das zeigen Zahlen der Polizei. Ein Problem, das auch Revierleiter Wedler kennt. Der Wald sei eben nicht mit Kameras ausgestattet, die Menschen fühlten sich dort unbeobachtet.
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Was Behörden und Forstämter tun
Illegale Müllablagerungen können Bußgelder nach sich ziehen. Der A.R.T. konnte auf SWR-Anfrage nicht mitteilen, wie viele Bußgelder verhängt wurden. Eine Sprecherin betonte: "Im Vordergrund steht, widerrechtliche Abfallablagerungen möglichst zu verhindern, Verursacher zur Verantwortung zu ziehen und die Kosten nicht der Allgemeinheit aufzubürden."
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Auch das Forstamt Trier versucht mit Aufklärungskampagnen im Wald, die Menschen dafür zu sensibilisieren, ihren Müll nicht dort abzuladen. Geschlossene Schranken an Waldeingängen sollen zudem verhindern, dass Menschen mit ihren Autos hineinfahren und ihren Müll dort abladen. Wedlers Fazit ist simpel: "Anstatt den Müll ins Auto zu laden und in den Wald zu fahren, kann man ihn doch auch gleich zum Entsorger bringen."