Trotz hoher Bußgelder

Warum entsorgen Menschen illegal ihren Müll in der Natur?

Viele haben es schon häufig bei einem entspannten Spaziergang durch die Natur entdeckt. Müll, der illegal von Menschen in der Natur abgeladen wurde! Aber warum passiert so etwas?

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Stand

In Deutschland haben wir ein sehr ausgeklügeltes System für die Müllentsorgung. Das meiste unseres Hausmülls kann bequem in den unterschiedlichen Tonnen entsorgt werden – Biomüll, Restmüll, Altpapier und oft sogar Glas.

Trotz vieler Optionen: Warum landet Müll illegal in der Natur?

Für größere Mengen Müll oder zum Beispiel alte elektronische Großgeräte wie Fernseher oder Kühlschränke, Möbel oder Gefahrengüter gibt es im Land viele unterschiedliche Abgabestellen, wie zum Beispiel Wertstoffhöfe. Zudem drohen Müllsündern zum Teil hohe Bußgelder.

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Trotzdem entdeckt man nicht selten illegal abgeladenen Müll in der Natur, der dort nur mit größerem (finanziellen) Aufwand wieder entfernt werden kann. Wir haben darüber mit Prof. Susanne Hartard vom Umwelt-Campus Birkenfeld gesprochen.

SWR1: Eine Matratze im Wald kann hunderte Euro Bußgeld kosten. Die Entsorgung am Wertstoffhof ist oft gratis oder zumindest günstig. Warum wird das gemacht?

Prof. Susanne Hartard: Das ist sicher schwer zu verstehen. Die Menschen haben offensichtlich weniger Hemmungen, Dinge in die Landschaft zu werfen. Manchmal hängt es auch an den Öffnungszeiten von Einrichtungen, dass Menschen, wenn sie renovieren, […] das Gefühl haben: Ich will mein Haus sauber kriegen und ich will das sofort entsorgen. Ich denke, ein bisschen hat es damit zu tun […].

Prof. Susanne Hartard vom Umweltcampus Birkenfeld erkläutert die Motive, die Menschen dazu veranlassen, ihren Müll im Wald und in der Natur abzuladen.
Prof. Susanne Hartard vom Umweltcampus Birkenfeld erkläutert die Motive, die Menschen dazu veranlassen, ihren Müll im Wald und in der Natur abzuladen. Philipp Schulze

SWR1: Ist unser System der Müllentsorgung zu umständlich?

Ich habe den Eindruck, dass die Menschen nicht genügend informiert sind.

Hartard: Ich würde sagen, es ist eher besser geworden. Ich glaube aber, dass die Informationen nicht ausreichend sind. Man kann durch die Kommunen noch weiter aufmerksam machen, vor allem Informationen, was Bauschutt und Gartenabfälle angeht. Da habe ich den Eindruck, dass die Menschen nicht genügend informiert sind.

SWR1: Ist das manchmal vielleicht zu unübersichtlich? Mit dem einen Müll muss ich hierhin, mit dem anderen dahin und dann habe ich auch noch unterschiedliche Öffnungszeiten?

Hartard: Ich glaube, das ist auch eine Art Trägheit und fehlendes Unrechtsbewusstsein, was da hineinspielt. Manche haben vielleicht auch keine Lust, sich zu informieren. Es kann sicher noch mehr informiert werden.

SWR1: Viele Kommunen setzen auf Müll-Apps oder auch digitale Meldesysteme. Hilft das?

Ich denke schon, dass wir besser werden können

Hartard: Ich denke schon, dass wir besser werden können, aber natürlich erreichen wir auch manche Menschen nicht mit den neuen digitalen Methoden. Da muss man schauen, dass man die auch mit einfängt.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Birgit Steinbusch
Birgit Steinbusch
Interview mit
Prof. Susanne Hartard
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)