Dass die Toiletten an der Grundschule Longkamp übel riechen, weiß Horst Gorges (CDU) noch aus der Schulzeit seiner Kinder. Heute sind die schon erwachsen. Was zeigt, wie lange es das Problem schon gibt. "Da stinkt es schon sehr lange. Die Schüler gehen deshalb auch nicht gerne aufs Klo", sagt der Ortsbürgermeister des Hunsrück-Dorfes.
Nur der Grund dafür blieb lange im Dunkeln der Abflüsse verborgen. Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues hat nach eigenen Angaben immer wieder Ursachenforschung betrieben. Unter anderem wurden Abläufe getauscht, Dichtungen erneuert und eine Lüftungsanlage installiert. Sogar eine komplette Sanierung der WC-Anlagen stand im Raum - bis es in diesem Frühjahr zu einem kleinen Malheur auf einer Baustelle kam.
Klärgrube ist Ursache für den Gestank auf den Schulklos
Direkt neben der Grundschule hat ein Baggerfahrer ein altes Rohr mit der Schaufel getroffen. Es handelte sich um eine Abwasserleitung aus den Schultoiletten die daraufhin repariert wurde. Währenddessen fiel den Arbeitern allerdings ein seltsames Plätschern unterhalb der Toiletten auf.
Weitere Nachforschungen führten dann zu einer Überraschung: Unter den Klos befindet sich eine Klärgrube, in die seit Jahrzehnten das Abwasser des ehemaligen Lehrerwohnhauses fließt, in dem heute Schüler am Nachmittag betreut werden. "Und daher kam auch der Gestank", sagt Ortsbürgermeister Horst Gorges: "Eigentlich war es also ein Glücksfall, dass wir die Grube gefunden haben." Denn nun sei das Rätsel um den üblen Geruch wenigstens gelöst.
Komplizierte Bauarbeiten rund um die Klärgrube
Wann die Grube angelegt wurde, ist unklar. Möglich ist aber, dass das schon Jahrzehnte zurückliegt. Das Schulgebäude ist immerhin rund 100 Jahre alt. Was aber klar ist: Solche Gruben sind seit 2016 nicht mehr erlaubt. Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues muss als Schulträger also dafür sorgen, dass sie ausgepumpt und zugeschüttet wird.
Doch das ist gar nicht so einfach, erklärt Bürgermeister Leo Wächter (CDU): Bevor die Grube geleert werden kann, müsse erstmal dafür gesorgt werden, dass kein weiteres Abwasser mehr hinein läuft. Die Leitungen aus dem Lehrerwohnhaus müssten ans öffentliche Kanalsystem angeschlossen werden.
Bauarbeiten sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden
Die Kosten schätzt die Verwaltung auf 35.000 Euro. Wie lange es dauert, sei noch nicht abzuschätzen, sagt Bürgermeister Wächter. Er plant die Arbeiten aber noch für dieses Jahr.
Der Unterricht könne derweil ganz normal weitergehen: "Es wird lediglich dazu kommen, dass die Küche und die WC-Anlagen der Lehrer für kurze Zeit nicht genutzt werden können, wenn die Abwasserleitungen umgelegt werden." Nach Möglichkeit soll das in der Ferienzeit passieren.