Die Verteidiger der sieben Angeklagten haben beantragt, dass abgehörte Gespräche ihrer Mandanten zunächst nicht als Beweismittel genutzt werden dürfen. Ihrer Ansicht nach hat die Ermittlungsbehörde ihnen nicht alle Daten und den Hintergrund zur Verfügung gestellt.
Angeklagt sind sechs Männer und eine Frau – sie sollen im großen Stil in verschiedenen Orten, unter anderem in der Vulkaneifel, 19 Cannabisplantagen betrieben und das daraus gewonnene Rauschgift verkauft haben. Einige von ihnen sollen auch mit anderen Drogen wie Kokain gehandelt haben.
Das Landgericht Trier geht in dem Fall offenbar von einer umfangreichen Beweisaufnahme aus. Mehr als 40 Verhandlungstage wurden angesetzt. Der Prozess soll bis Ende des Jahres dauern.
Cannabis-Plantagen in mehreren Bundesländern
Um mit den Drogen zu handeln, hätten die Angeklagten 19 professionell installierte Indoor-Cannabisplantagen betrieben - mit teils bis zu tausenden Pflanzen. Die waren in mehreren Häusern in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen untergebracht. Eine Plantage befand sich laut Anklage in einem Haus in einer Gemeinde im Kreis Vulkaneifel. Den Strom für die Lampen und Ventilatoren der Plantage hätten sie abgezapft, ohne dafür zu zahlen.
In diesem Zusammenhang hat das Landgericht in vorhergehenden Verfahren schon andere Mitglieder der Gruppe verurteilt. Dabei standen teilweise diejenigen vor Gericht, die sich um die Pflanzen wie eine Art Gärtner gekümmert haben. Andere sollen als Finanzberater gewirkt und die Infrastruktur organisiert haben. Vor Gericht war aber auch eine Familie, die zwar nicht zur Gruppe gehört, diese aber unterstützt haben soll.
Prozess in Trier gegen andere Mitglieder der Drogen-Gruppe
In jenem Verfahren wurden ein Mann, eine Frau und ihr Sohn wegen Beihilfe zum Drogenhandel zu Haftstrafen verurteilt. Die Richter waren der Auffassung, dass der Mann und die Frau geduldet hatten, dass ihr Haus von der Bande als Drogenlager genutzt wurde. Der Vater hatte außerdem fast 200.000 Euro Drogengeld gewaschen. Der Sohn hatte selbst mehr als 50 Kilo Cannabis verkauft. Alle drei hatten die Taten zuvor gestanden.
Führungsriege vor dem Landgericht Trier
Die Gruppe war den Ermittlungen zufolge hierarchisch organisiert, teilweise gehörten Gruppenmitglieder auch zu einer Familie. Teils waren die Gruppenmitglieder aber auch einfach miteinander befreundet. Bei den jetzt Angeklagten habe es sich um die "Köpfe" der Gruppe gehandelt. Mit dem Anbau und dem Handel von Cannabis sollen sie Geld in Millionenhöhe verdient haben. Davon hätten Ermittler einen fünfstelligen Betrag sichergestellt, so das Landgericht Trier.
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Drei der Angeklagten sind teils erheblich und einschlägig vorbestraft. Alle sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Es könnte eine Art Mammutprozess werden. Denn teilweise haben die sieben Angeklagten nicht nur einen Pflichtverteidiger, sondern auch bis zu zwei Wahlverteidiger. Insgesamt sind in dem Verfahren allein 17 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte eingebunden. Da auch immer mal Beteiligte des Prozesses erkranken können, plant das Gericht schon jetzt mit mehr als 40 Verhandlungstagen.