Christian Weinß hat mehr als 20 Jahre beim Automobilzulieferer Voestalpine in Birkenfeld gearbeitet. "Ich werde jetzt 57. Und hatte eigentlich gehofft, bis zur Rente dort bleiben zu können", erzählt der gelernte Metallschweißer.
So wie ihm geht es vielen Industriearbeitern im Kreis Birkenfeld. Neben Voestalpine schließt auch die Firma Polytec ihr Werk in Idar-Oberstein. Mehr als 450 Mitarbeiter stehen im Hunsrück jetzt ohne Job da.
400 offene Stellen bei regionalen Firmen
Viele sind am Donnerstag zum Job-Speed-Dating nach Birkenfeld gekommen. Auf der Suche nach einer neuen Perspektive "Ich habe überhaupt keine Erwartungshaltung, weil ich das noch nie mitgemacht habe", erzählt Christian Weinß.
Das Angebot ist groß. Etwa 400 offene Stellen in verschiedensten Industriebereichen haben die 16 Arbeitgeber mitgebracht. Darunter zum Beispiel die Edelsteinschleiferei Gebrüder Kuhn aus Mörschied im Kreis Birkenfeld, die gezielt nach einem Zerspanungsmechaniker sucht. "Da waren heute schon sehr interessante Gespräche und Profile dabei", erzählt Sebastian Schuler aus der Geschäftsführung.
Rüstungsunternehmen sucht viel Personal
Besonders viele neue Mitarbeiter sucht das Rüstungsunternehmen KNDS aus dem benachbarten Freisen im Saarland. KNDS baut und wartet unter anderem Panzer. Das Unternehmen will in den nächsten fünf Jahren seine Mitarbeiterzahl von 700 auf 1.400 verdoppeln. "Der Zulauf ist super. Es sind viele gut qualifizierte Kandidaten dabei", erzählt Personalleiterin Mandy Barth.
Zu ihnen dürfte auch Andre Fengler zählen. Der 63-Jährige hat bei Polytec in Idar-Oberstein zuletzt als Prozesstechniker gearbeitet. So kurz vor der Rente nochmal auf Jobsuche zu gehen, sei hart. Deshalb sei er auch froh, dass es dieses Speed-Dating gebe. "Ich finde das super. So kann man sich schnell und gut informieren."
Einige Vorstellungsgespräche vereinbart
Die meisten Unternehmen sind mit dem Event ebenfalls zufrieden und haben bereits einige Bewerber zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Auch Christian Weinß ist zufrieden, obwohl er anfangs skeptisch war. "Im Endeffekt war es in Ordnung. Ich hab mir ein, zwei Optionen geholt. Und dann schauen wir mal, ob es funktioniert", sagt der 57-Jährige.
Doch Weinß ist auch klar: "Ich werde nicht unbedingt nochmal den gleichen Job kriegen. Man muss am Ende einfach flexibel sein."