Die Untersuchungen zu den mutmaßlichen Missbrauchsfällen rund um den verstorbenen Priester Edmund Dillinger aus dem saarländischen Friedrichsthal sind abgeschlossen. Das teilte die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Trier mit.
Sie hatte zwei ehemalige Trierer Staatsanwälte damit beauftragt. Vor einem Jahr hatten sie ihren vorläufigen Abschlussbericht dazu vorgelegt.
Keine Missbrauchsopfer in Afrika gefunden
Seitdem sei es nicht gelungen, Betroffene sexuellen Missbrauchs in den afrikanischen Ländern Kamerun und Togo ausfindig zu machen. Die mutmaßlich in Afrika verübten Taten würden viele Jahre bis Jahrzehnte zurückliegen, so die Kommission. Daher sei es praktisch ausgeschlossen, heutzutage noch Betroffene in Afrika ausfindig zu machen.
"Die Autoren sehen in weiteren Recherchen deshalb keinen Sinn", heißt es. Es sei auch nicht gelungen, außerhalb der Kirche Kontakte in der afrikanischen Bevölkerung zu knüpfen, die sich um Betroffene gekümmert hätten.
Kritik am Auswärtigen Amt im Fall Dillinger
Die Sonderermittler stießen bei ihren Untersuchungen auf einige Probleme. So hätten sie bei der Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken um Akteneinsicht im Fall Dillinger gebeten. Dazu sei es aber bis jetzt nicht gekommen. "Die Rückmeldung steht auch nach sechs Monaten aus. Unsere Erinnerung ist nicht beantwortet worden", heißt es.
Kritik gibt es auch am Auswärtigen Amt. Die Behörde habe die Nachforschungen zu Dillinger nicht unterstützt, obwohl sie das im vergangenen Jahr noch zugesagt hätten.
Die Akte Dillinger: Priester soll Menschen sexuell missbraucht haben
Edmund Dillinger aus dem Bistum Trier ist im Jahr 2022 verstorben. Laut der Untersuchung soll er in Deutschland zwischen den Jahren 1961 und 2018 mindestens 20 Jugendliche und junge Erwachsene sexuell missbraucht haben.
Die Sonderermittler suchten aber noch in afrikanischen Ländern nach möglichen Opfern. Dort war der Priester oft unterwegs gewesen. Von 1972 bis 2005 war er Vorsitzender der von ihm gegründeten CV-Afrika-Hilfe. Der Fall Dillinger war erst nach dessen Tod bekanntgeworden. Sein Neffe hatte in seinem Nachlass fast 4.500 Fotos gefunden, die den Verdacht des sexuellen Missbrauchs nahelegten.