Folgen des Klimawandels

Warum Kinder aus der Eifel sich mehr Klimaschutz wünschen

Kinder einer Realschulklasse in der Vulkaneifel beschäftigen sich mit dem Klimawandel. Sie machen sich Gedanken um ihre Zukunft und fordern mehr Klimaschutz.

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Von Autor/in Daniel Novickij

Die Welt schaut nach Belém in Brasilien, wo im Moment die Weltklimakonferenz stattfindet. Die Hoffnung ist groß, dass die Länder in Zukunft stärker zusammenarbeiten, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Dass es auf der Welt immer wärmer wird, macht auch Schülerinnen und Schülern einer sechsten Klasse an der Schule am Pulvermaar in Gillenfeld in der Vulkaneifel Sorge.

Angst vor weniger Schnee im Winter

Schülerin Louisa Ernst macht sich Gedanken darüber, wie es wegen des Klimawandels in Zukunft in der Eifel aussehen wird: "Vielleicht gibt es dann weniger Schnee. Wir können jetzt schon nicht so gut mit dem Schlitten fahren wie noch vor einigen Jahren. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren gar keinen Schnee mehr zum Schlittenfahren", sagt die Elfjährige.

Mitarbeit ist gefragt: Die Schülerinnen und Schüler sammeln Ideen, wie das Klima besser geschützt werden kann.
Mitarbeit ist gefragt: Die Schülerinnen und Schüler sammeln Ideen, wie das Klima besser geschützt werden kann.

Ähnlich sieht es auch ihre Mitschülerin Amelie Scholz: "Ich mag den Winter und liebe es, im Schnee zu spielen. Ich befürchte, dass es aber dafür in Zukunft nicht mehr kalt genug sein wird."

Spielerisch mehr über den Klimawandel erfahren

Die sechste Klasse hat sich in der Schule an einem Projekttag mit dem Klimawandel beschäftigt. Dieser ist Teil einer Kooperation mit dem Natur- und Geopark Vulkaneifel. Die Schüler haben verschiedene Experimente gemacht, um besser zu verstehen, welche Folgen der Klimawandel für die Welt hat.

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"Wir haben ein Spiel gespielt, bei dem wir Eisbären waren. Wir mussten auf Eisschollen aus Stoff springen und es wurden immer weniger", erzählt Schülerin Louisa Ernst. "Das Spiel sollte den Kindern zeigen, dass es seit 1980 weniger Eisschollen in der Arktis gibt und dass sich das Leben für Eisbären dadurch verschlechtert hat", erklärt Sabine Kummer vom Natur- und Geopark Vulkaneifel.

Die Kinder haben Spaß beim Experimentieren. Gerade haben sie selbst C02 hergestellt.
Die Kinder haben Spaß beim Experimentieren. Gerade haben sie selbst CO2 hergestellt.

In einem anderen Experiment haben die Schüler Backpulver in einen Luftballon gefüllt und den Ballon über eine Flasche mit Essigsäure gestülpt. Durch die Reaktion haben die Kinder gesehen, wie CO2 entsteht.

Schüler fordern mehr Klimaschutz

Den Schülern sind beim Spielen auch einige Ideen eingefallen, wie das Klima in Zukunft besser geschützt werden kann. Auch Hannes Durchdewald hat einen Vorschlag gemacht. "Ich finde, die Menschen sollten mehr auf die Umwelt achten. Wir müssten weniger Autos und Flugzeuge herstellen und stattdessen mehr mit dem Fahrrad fahren und zu Fuß gehen", sagt der Zwölfjährige.

Wir möchten nicht, dass unsere Kinder in einer schlechten Welt leben.

Die Kinder hoffen darauf, dass die Menschen in Zukunft mehr für den Klimaschutz tun. "Das ist sehr wichtig, denn wenn wir Kinder irgendwann selbst Kinder haben werden, dann möchten wir nicht, dass unsere Kinder in einer schlechten Welt leben", sagt Schülerin Hanna Krest.

Klimaschutz: Vorschläge der Kinder berücksichtigt

Vertreter des Natur- und Geoparks Vulkaneifel wollen die Ideen der Kinder mitnehmen und in ihre Konzepte für den Klimaschutz in der Region miteinfließen lassen. "Jeder hat einen kleinen Hebel, den er betätigen kann, um etwas für die Umwelt zu tun", sagt Sabine Kummer vom Natur- und Geopark Vulkaneifel.

Denn der Klimawandel sei inzwischen auch in der Vulkaneifel angekommen, was sich zunehmend auch durch lange Trockenheit zeigt. Echte Veränderungen kann es aber nur auf höchster politischer Ebene geben: "Die Politiker müssen die großen Hebel umlegen", so Kummer weiter.

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