Ein ganz besonderer Arbeitsplatz

Blick hinter die Kulissen: So wird in Trier die Porta Nigra saniert

Die Porta Nigra in Trier soll zwar schwarz bleiben, doch der Schmutz auf den römischen Steinen muss weg. Mit neuesten Methoden wird das Unesco Welterbe gereinigt und erhalten.

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Von Autor/in Nicole Mertes

Der Steinmetzmeister Tobias Hartmann hat einen ganz besonderen Arbeitsplatz. Er gehört zu dem Team an Fachleuten, das die Porta Nigra saniert. Jeden Morgen fährt er mit dem Aufzug im Baugerüst bis ganz nach oben in die 11. Gerüstetage. Von hier hat man einen tollen Rundumblick auf Trier. Doch sein Blick richtet sich auf die römischen Steinquader.

Mörtel aus dem letzten Jahrhundert muss weg

In den siebziger Jahren wurde die Porta Nigra schon einmal saniert. Doch die Methoden von damals würde man jetzt nicht mehr anwenden. Man sieht dicke Mörtelschichten zwischen den Steinquadern. Die müssen weg. Dafür nutzt Steinmetzmeister Tobias Hartmann ein spezielles Werkzeug.

Der Blick vom obersten Stock des Baugerüstes an der Porta Nigra über Trier.
Von der obersten Etage des Baugerüstes an der Porta Nigra hat man einen tollen Rundumblick über die Stadt. Bild in Detailansicht öffnen
Steinmetzmeister Tobias Hartmann bei der Arbeit an der Porta Nigra. Mörtel aus den 1979er Jahren wird entfernt.
Steinmetzmeister Tobias Hartmann gehört zu dem Team von Fachleuten, die die Porta Nigra sanieren. Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Im Inneren der Porta-Nigra-Baustelle.
Hier kommen nur Handwerker hin - die Sanierungsarbeiten an der Porta Nigra dauern zwei Jahre. Bild in Detailansicht öffnen
Die Steine der Porta Nigra sind aus unterschiedlichen Epochen. Einige sind sehr stark verschmutzt.
Die Steine der Porta Nigra sind unterschiedlich stark verschmutzt. Bild in Detailansicht öffnen
Eine starke Schmutzkruste liegt auf vielen Steinen der Porta Nigra. Teils sind auch schon Gesteinsschichten abgeplatzt.
Manche Steine der Porta Nigra sind so stark verschmutzt, dass Schichten abgeplatzt sind. Bild in Detailansicht öffnen
Der Blick über Trier vom obersten Stock des Baugerüstes an der Porta Nigra.
Der Blick über Trier und das Dach der Porta Nigra von der obersten Etage des Baugerüstes. Bild in Detailansicht öffnen
Steinrestaurator Ulrich Bauer-Bornemann bei der Arbeit an der Porta Nigra in Trier.
Steinrestaurator Ulrich Bauer-Bornemann bei der Arbeit an der Porta Nigra in Trier. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Plan der verschiedenen Bauphasen der Porta Nigra.
Der Bau der Porta Nigra begann 170 nach Christus. Doch sie wurde nie ganz fertig und war auch lange Zeit eine Kirche. Die Steine sind aus verschiedenen Epochen. Bild in Detailansicht öffnen

Ich muss wie ein Archäologe ganz vorsichtig vorgehen.

Nach und nach entfernt er die Mörtelschicht von damals. "Ich muss wie ein Archäologe ganz vorsichtig vorgehen, um den alten Stein nicht zu beschädigen", sagt er. Von morgens, halb acht bis abends 19 Uhr dauert seine Schicht jeden Tag. Je nach Wetterlage kann es auf dem Gerüst um die Porta Nigra auch sehr ungemütlich werden.

Steinmetzmeister Tobias Hartmann bei der Arbeit auf dem Gerüst an der Porta Nigra.
Steinmetzmeister Tobias Hartmann bei der Arbeit. Er gehört zu dem Team, das die Porta Nigra saniert.

Dreck aus vielen Jahrhunderten

Steht man auf dem Gerüst, sieht man, wie viele verschiedene Schattierungen das römische Gestein im Lauf der Jahrhunderte angenommen hat. An manchen Stellen ist es noch hellbeige, an anderen wirklich tiefschwarz. Ruß aus Kaminen, Abgase von Autos - in der Kruste auf den Steinen sind unzählige Stoffe enthalten.

Mit der Laserpistole gegen den Schmutz

Ulrich Bauer-Bornemann ist Steinrestaurator. Er steht auf einer tieferen Gerüstetage vor Steinen der Porta Nigra, die ganz besonders schwarz sind. Mit einer Laserpistole behandelt er die Flächen. Es riecht etwas verbrannt und etwas Staub fliegt in der Luft, wenn er sich Zentimeter für Zentimeter vorarbeitet.

Steinrestaurator Ulrich Bauer-Bornemann bei der Arbeit an der Porta Nigra in Trier.
Steinrestaurator Ulrich Bauer-Bornemann bei der Arbeit an der Porta Nigra in Trier.

Der Stein darf nicht beschädigt werden.

Die Technik arbeitet mit Lichtstrahlen, die durch einen künstlichen Kristall geleitet werden und mit einem Glasfaserkabel über die Laserpistole den Lichtstrahl gezielt auf die verschmutzten Stellen richten. So werden nur die verschmutzten Stellen entfernt, ohne dass der Stein angegriffen wird. Der Stein darf nicht beschädigt werden, sagt der Steinrestaurator. Diese Lasertechnik ist eine sanfte Reinigungsmethode.

Porta Nigra bleibt schwarz

Keine Angst: Auch nach der Sanierung wird die Porta Nigra ihrem Namen gerecht und bleibt ein schwarzes Tor. Es geht nur darum, den Schmutz zu entfernen, der dem Gestein schadet und es zerstört. Das dauert insgesamt zwei Jahre. So soll das römische Unesco-Welterbe Triers auf Dauer erhalten bleiben. Besichtigen kann man die Porta Nigra trotz Gerüst und Bauarbeiten auch in dieser Zeit. Auch die Schauspielführungen finden weiter statt.

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Autor/in
Nicole Mertes
Nicole Mertes ist Redakteurin im SWR Studio Trier.

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