Unsere Straßen sind echte Arbeitstiere. Tag für Tag rollen tonnenschwere Lkw, Pendlerströme und Lieferverkehr über den Asphalt – bis sich erste feine Risse zeigen. Im Sommer kaum sichtbar, werden sie im Winter schnell zum Problem: Wasser dringt ein, friert, sprengt den Belag auf. Schlaglöcher entstehen oft innerhalb weniger Tage.
Landesweit sind Bauhöfe und Straßenmeistereien deshalb derzeit fast pausenlos im Einsatz, um Schäden zu sichern und die Verkehrssicherheit zu erhalten. Wer repariert, hängt davon ab, um welche Straße es geht: Autobahnen liegen bei der Autobahn GmbH des Bundes. Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beim Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz. Stadt- und Gemeindestraßen sowie Radwege sind Sache der jeweiligen Kommunen.
- Region Trier
- Westerwald
- Rheinhessen und Nahe
- Pfalz/Ludwigshafen
- Westpfalz
- Autobahnen
- Das sagen LBM und Verkehrsministerium
- Mängelmelder: Bürger melden Schlaglöcher
Region Trier: Frostschäden treffen alte Straßen
In der Region Trier sind die Schäden vielerorts sichtbar - unter anderem in Trier, Bitburg und im Kreis Birkenfeld. Besonders heftig hat es zum Beispiel die Ortsdurchfahrt Reinsfeld im Hochwald getroffen. Dort sind durch das Winterwetter zahlreiche Schlaglöcher entstanden. Die Straßenmeistereien in der Region Trier sind nahezu täglich unterwegs, größere Schäden werden abgesichert. Städte wie Idar-Oberstein machen jedoch klar: Ohne mehr Geld lassen sich Straßen langfristig kaum wetterfest halten.
Winterwetter macht Straßen zu schaffen Mit den Straßenmeistereien in Rheinland-Pfalz auf Jagd nach Schlaglöchern
Das Wetter der vergangenen Wochen hat den Straßen in Rheinland-Pfalz zugesetzt. Die Straßenmeistereien im Hochwald und Westerwald sind jetzt dabei, die Schlaglöcher zu reparieren.
Westerwald: Schnee und Schneepflüge setzen Straßen zu
Im Westerwald hat das winterliche Wetter viele Straßen stark belastet. Häufiger Schneefall und der intensive Einsatz von Schneepflügen haben vor allem ohnehin schon geschädigte Fahrbahnen weiter in Mitleidenschaft gezogen, etwa im Raum Betzdorf und Kreis Altenkirchen. Zahlreiche Schlaglöcher werden derzeit nur provisorisch geflickt. Nach Einschätzung der Straßenmeisterei müsste rund die Hälfte des Straßennetzes grundlegend saniert werden - ein Zeichen für jahrelangen Investitionsstau. Hoffnung setzt man nun auf zusätzliche Mittel aus Bundesprogrammen.
Rheinhessen/Nahe: Bad Kreuznach besonders betroffen
In Rheinhessen und an der Nahe gibt es meist nur vereinzelte Schäden. Besonders betroffen ist jedoch Bad Kreuznach. Dort waren viele Straßen schon vorher in schlechtem Zustand, der Frost hat die Lage aber nochmal verschärft. Die Stadt rechnet allein für die Beseitigung von Schlaglöchern mit Kosten von bis zu 60.000 Euro.
"Wir versuchen die besonders gefährdeten Straßen und Gehwege besser auszubauen, um sie weniger anfällig für Frostschäden zu machen", teilt die Stadt Bad Kreuznach auf Anfrage mit. Repariert wird, sobald es dauerhaft frostfrei ist. Mainz meldet dagegen nur vereinzelte Straßenschäden. Hier arbeiten die Bauhöfe aktuell ebenfalls mit provisorischen Reparaturen.
Pfalz: Viele Kontrollen, überschaubare Schäden
In Landau und Bad Dürkheim gibt es bislang keine außergewöhnlichen Winterschäden. Schlaglöcher werden laufend geflickt, Radwege und Hanglagen regelmäßig überprüft. Auch in Neustadt an der Weinstraße hat der Winter auf einigen Straßen bereits seine Spuren hinterlassen. Je nach Gefahrenpotential werden die Schäden abgearbeitet.
In Ludwigshafen gibt es vor allem auf stark belasteten Strecken Schäden, etwa auf der L523 zwischen Innenstadt und Pfingstweide, entlang der BASF. Kurzfristig wird auch hier mit Kaltasphalt geflickt, dauerhafte Reparaturen folgen im Frühjahr. Auch Speyer meldet vermehrt Schäden auf den Straßen. Wenn es für Autofahrer dadurch gefährlich wird, werden die Schäden zeitnah provisorisch behoben.
Westpfalz: Viel Routine, punktuell hoher Aufwand
In der Westpfalz zeigt sich ein gemischtes Bild. In Kaiserslautern sind im laufenden Winter bereits viele Schäden entstanden, vor allem da, wo der Straßenbelag schon etwas älter ist. Insgesamt liegt die Zahl der Schlaglöcher nach Angaben der Stadt bisher aber im Rahmen früherer Winter.
Im Landkreis Kaiserslautern bewegen sich die Schäden auf den Kreisstraßen ebenfalls im winterüblichen Bereich. "Gleichwohl zeigen die vergangenen Jahre, dass extreme Witterungsereignisse – insbesondere starke Niederschläge, Hitzeperioden sowie häufige Frost-Tau-Wechsel – das Straßennetz zunehmend belasten", so ein Sprecher der Kreisverwaltung. Langfristig sei davon auszugehen, dass sich die zunehmenden Extremwetterlagen auf den Unterhaltungsaufwand und damit auch auf die Kosten für das Straßennetz auswirken werden.
Der Landkreis sehe sich daher gemeinsam mit dem LBM vor der Herausforderung, die vorhandene Infrastruktur dauerhaft leistungsfähig und verkehrssicher zu erhalten und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu finden.
Zweibrücken: Schon acht Tonnen Kaltasphalt verbaut
Vergleichsweise gut kommt Pirmasens durch den Winter, da viele Straßen mit Hilfe der sogenannten wiederkehrenden Beiträge bereits grundlegend erneuert wurden. In Zweibrücken ist der Aufwand dagegen spürbar höher: Wie die Stadt mitteilt, ist täglich eine Kolonne des zuständigen Umwelt- und Servicebetriebs unterwegs, um Schäden zu beseitigen. Rund acht Tonnen Kaltasphalt wurden dabei bereits verbaut.
Autobahnen in RLP: Schäden im üblichen Winterrahmen
Auch auf den Autobahnen in Rheinland-Pfalz hat der Winter Spuren hinterlassen – allerdings ohne Ausnahmezustand. Nach Angaben der Autobahn GmbH traten witterungsbedingte Fahrbahnschäden nur vereinzelt auf. Betroffen waren unter anderem Abschnitte der A6 im Raum Kaiserslautern, der A61 zwischen dem Kreuz Frankenthal und der Rheinbrücke Hockenheim sowie die A65 zwischen Ludwigshafen/Maudach und Karlsruhe.
Im nördlichen Rheinland-Pfalz gibt es erste Frostschäden aktuell etwa auf der A61 zwischen der Anschlussstellen Boppard und Laudert in beiden Fahrtrichtungen. Die Schäden bewegen sich laut Autobahn GmbH generell im jahreszeitlich üblichen Rahmen. Kleinere Stellen wurden bereits mit Kaltasphalt gesichert, größere Reparaturen folgen, sobald es die Temperaturen zulassen. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wurden zeitweise Tempolimits eingeführt. Vollsperrungen waren nicht nötig.
Werden dabei gravierende Frostschäden festgestellt, die die Verkehrssicherheit gefährden, so werden diese sofort mit einem Kaltmischgut beseitigt. Dies ist meist ohne Sperrungen möglich. Außerdem werden bei Bedarf Warnschilder aufgestellt, die auf Frostschäden hinweisen.
LBM im Dauereinsatz für die Straßen in Rheinland-Pfalz
Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) bestätigt den klaren Zusammenhang zwischen Frost und Schlaglöchern. Allein im Jahr 2025 hätten die Straßenmeistereien im Land demnach rund 76.000 Arbeitsstunden für die akute Schadensbeseitigung aufgewendet – der Großteil davon im Winter und Frühjahr. Aktuell sieht der LBM keine auffällige Häufung von Winterschäden. Eine belastbare Bilanz sei erst nach Ende der Frostperiode, voraussichtlich gegen Ende April, möglich. Klar ist aber: Straßen mit vielen früheren Reparaturstellen sind anfälliger für neue Frostschäden. Die Streckenwarte der Straßenmeistereien sind landesweit täglich unterwegs.
Laut Landesbetrieb Mobilität werden gravierende Frostschäden, die die Verkehrssicherheit gefährden, sofort mit einem Kaltmischgut, auch Kaltasphalt genannt, beseitigt. Dies sei meist ohne Sperrungen möglich.
Eine wirksame Vorbeugung gegen Schlaglöcher gibt es laut LBM dabei nicht. Auch das Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz spricht von einem bekannten Winterphänomen. Ob der aktuelle Winter teurer wird als andere, lasse sich erst nach Ende der Frostperiode sagen. Klar sei aber: Die Landesstraßen bräuchten weiter steigende Investitionen. Für 2026 sollen die Mittel erneut erhöht werden, auch Kommunen sollen über Sondervermögen stärker investieren können.
Meldestellen und Schadensersatz Schaden durch Schlaglöcher: Das könnt ihr tun
Das Schlagloch war leider für den Verkehrsteilnehmer zu spät zu erkennen und an ein Ausweichen nicht mehr zu denken. Es kommt zum Schaden am Auto, aber wie geht es dann weiter?
Bürger melden Schlaglöcher über Mängelmelder
Damit die Schäden auf den Straßen - und andere Schäden im öffentlichen Raum - schnellstmöglich entdeckt und behoben werden, setzen die Kommunen nicht nur auf eigene Kontrolle. Viele Städte bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Schäden wie Schlaglöcher über sogenannte Mängel- oder Schadensmelder zu melden. Diesen Service bieten zum Beispiel die Städte Frankenthal, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken an. Die Stadt Kaiserslautern gibt an, dass seit Jahresbeginn darüber sechs Schlaglöcher gemeldet wurden, Tendenz steigend.
Auch in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen) können solche Straßenschäden über ein Online-Portal gemeldet werden. Dieses gibt es bereits seit 2012. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sind in diesem Winter dort bereits genauso viele Meldungen eingegangen wie im letzten Winter insgesamt.
Wenn sich die Umfrage nicht öffnen lässt, klickt bitte hier: Umfrage zu Schlaglöchern.