Immer mehr Tiere sind in Deutschland von der Vogelgrippe betroffen. In Baden-Württemberg wurden zuletzt im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg in einem Geflügelbetrieb 15.000 Tiere getötet. In Rheinland-Pfalz sind bisher lediglich Kraniche Opfer der Krankheit. Aber auch in anderen Bundesländern sind Geflügelbetriebe betroffen. Viele Menschen fragen sich jetzt: Wie wirkt sich das auf Geflügelfleisch oder Eier im Supermarkt aus?
Folgen der Vogelgrippe: Werden Putenschnitzel und Chicken Wings jetzt teurer?
Zu den Fleischpreisen gibt es aktuell unterschiedliche Einschätzungen. Obwohl schon mehr als eine halbe Million Tiere getötet werden mussten, rechnet zum Beispiel der Zentralverband der Geflügelwirtschaft nicht mit kurzfristigen und starken Preissteigerungen bei Puten- oder Hühnerfleisch. Aber die Lage verändert sich gerade ziemlich schnell und sprunghaft - deshalb ist eine genaue Vorhersage nicht möglich.
Viele getötete Tiere: Wie steht es um Martinsgans und Weihnachtsente?
Die Martinsgans und die gebratene Ente zu Weihnachten könnten teurer werden - in der Branche warnen manche schon davor, dass dieses Geflügel in diesem Jahr knapper sein könnte als sonst. Wie sich das Angebot und die Preise entwickeln, hängt aber nicht so stark davon ab, wie sich die Vogelgrippe in Deutschland ausbreitet - sondern eher, wie es beispielsweise in Polen und Ungarn aussieht. Von dort kommen nämlich rund 80 Prozent der Gänse, die in Deutschland gegessen werden.
Bald ist Plätzchen-Zeit: Werden die Eier knapp?
Wenn das Virus in der nächsten Zeit in weiteren Legehennen-Haltungen ausbricht, sind steigende Eier-Preise sehr wahrscheinlich. Dass Vogelgrippe-Ausbrüche die Preise richtig in die Höhe treiben können, hat man im Frühjahr auch am Beispiel der USA gesehen.
Eine Eier-Verknappung ist auch deshalb recht wahrscheinlich, weil sich die Eierproduktion nicht so schnell erholen kann wie die Fleischproduktion: Wenn einmal alle Hennen getötet wurden, dann dauert es mehrere Monate, bis eine neue Generation so weit ist, dass sie wieder Eier legt.
Fraglich ist übrigens auch, als was die Eier denn verkauft werden dürfen - wenn Hühner, die eigentlich in Freiland-Haltung leben, aufgrund einer Stallpflicht eingesperrt werden müssen.
Kann ich mich über Eier oder Hähnchenfleisch mit der Vogelgrippe anstecken?
Es ist grundsätzlich so, dass in Deutschland keine Fälle bekannt sind, in denen Menschen sich mit dem Virus infiziert haben. Und die Fälle, die es in anderen Ländern schon gab, sind auf Kontakt zwischen Mensch und Tier zurückzuführen, nicht auf den Konsum von Eiern oder Fleisch. Noch dazu kommt: Die Behörden versuchen gerade alles, damit Produkte infizierter Tiere möglichst gar nicht in den Verkauf kommen.
Hygiene-Experten raten: Bei rohem Geflügel sollte man unabhängig von der Vogelgrippe auf eine gute Küchensauberkeit achten: die Hände gut waschen und Messer und Schneidebrett gut reinigen. Am besten ist ein separates Schneidebrett für Geflügel und dann das Fleisch gut durcherhitzen. Wer sicher gehen will, sollte auf rohes Ei, zum Beispiel in Desserts mit Eischnee, verzichten.