Infektionszahlen nehmen zu

Vogelgrippe könnte Eier-Preise erhöhen: Das sind die Folgen im Supermarkt

In Deutschland nehmen die Fälle von Vogelgrippe zu. Tausende Tiere sind in Geflügelbetrieben bereits getötet worden. Experten rechnen mit steigenden Eier-Preisen.

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Stand

Von Autor/in Margareta Holzreiter

Immer mehr Tiere sind in Deutschland von der Vogelgrippe betroffen. In Baden-Württemberg wurden zuletzt im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg in einem Geflügelbetrieb 15.000 Tiere getötet. In Rheinland-Pfalz sind bisher lediglich Kraniche Opfer der Krankheit. Aber auch in anderen Bundesländern sind Geflügelbetriebe betroffen. Viele Menschen fragen sich jetzt: Wie wirkt sich das auf Geflügelfleisch oder Eier im Supermarkt aus?

Folgen der Vogelgrippe: Werden Putenschnitzel und Chicken Wings jetzt teurer?

Zu den Fleischpreisen gibt es aktuell unterschiedliche Einschätzungen. Obwohl schon mehr als eine halbe Million Tiere getötet werden mussten, rechnet zum Beispiel der Zentralverband der Geflügelwirtschaft nicht mit kurzfristigen und starken Preissteigerungen bei Puten- oder Hühnerfleisch. Aber die Lage verändert sich gerade ziemlich schnell und sprunghaft - deshalb ist eine genaue Vorhersage nicht möglich. 

Viele getötete Tiere: Wie steht es um Martinsgans und Weihnachtsente?

Die Martinsgans und die gebratene Ente zu Weihnachten könnten teurer werden - in der Branche warnen manche schon davor, dass dieses Geflügel in diesem Jahr knapper sein könnte als sonst. Wie sich das Angebot und die Preise entwickeln, hängt aber nicht so stark davon ab, wie sich die Vogelgrippe in Deutschland ausbreitet - sondern eher, wie es beispielsweise in Polen und Ungarn aussieht. Von dort kommen nämlich rund 80 Prozent der Gänse, die in Deutschland gegessen werden. 

Bald ist Plätzchen-Zeit: Werden die Eier knapp?

Wenn das Virus in der nächsten Zeit in weiteren Legehennen-Haltungen ausbricht, sind steigende Eier-Preise sehr wahrscheinlich. Dass Vogelgrippe-Ausbrüche die Preise richtig in die Höhe treiben können, hat man im Frühjahr auch am Beispiel der USA gesehen.

Eine Eier-Verknappung ist auch deshalb recht wahrscheinlich, weil sich die Eierproduktion nicht so schnell erholen kann wie die Fleischproduktion: Wenn einmal alle Hennen getötet wurden, dann dauert es mehrere Monate, bis eine neue Generation so weit ist, dass sie wieder Eier legt.

Fraglich ist übrigens auch, als was die Eier denn verkauft werden dürfen - wenn Hühner, die eigentlich in Freiland-Haltung leben, aufgrund einer Stallpflicht eingesperrt werden müssen.

Eier
Eier könnten bald teurer werden. (Symbolbild)

Kann ich mich über Eier oder Hähnchenfleisch mit der Vogelgrippe anstecken?

Es ist grundsätzlich so, dass in Deutschland keine Fälle bekannt sind, in denen Menschen sich mit dem Virus infiziert haben. Und die Fälle, die es in anderen Ländern schon gab, sind auf Kontakt zwischen Mensch und Tier zurückzuführen, nicht auf den Konsum von Eiern oder Fleisch. Noch dazu kommt: Die Behörden versuchen gerade alles, damit Produkte infizierter Tiere möglichst gar nicht in den Verkauf kommen.

Hygiene-Experten raten: Bei rohem Geflügel sollte man unabhängig von der Vogelgrippe auf eine gute Küchensauberkeit achten: die Hände gut waschen und Messer und Schneidebrett gut reinigen. Am besten ist ein separates Schneidebrett für Geflügel und dann das Fleisch gut durcherhitzen. Wer sicher gehen will, sollte auf rohes Ei, zum Beispiel in Desserts mit Eischnee, verzichten. 

Rasche Ausbreitung in RLP Vogelgrippe - neue Fälle nachgewiesen

Es gibt neue Fälle der Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz. Mittlerweile hat das Landesuntersuchungsamt das Virus bei weiteren toten Wildvögeln nachgewiesen.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RP

Baden-Württemberg

Forderung der Geflügelbranche Vogelgrippe: Vorerst keine Stallpflicht in Baden-Württemberg

Wegen der Vogelgrippe werden tausende Hühner getötet. Deshalb fordern Geflügelhalter einen strengeren Schutz. Eine Stallpflicht wird in in Baden-Württemberg wohl nicht kommen.

Vogelgrippe im Zoo verhindern: So schützt sich die Wilhelma

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Wilhelma-Tierarzt zu Vogelgrippe: Im schlimmsten Fall Zoo sperren
Tobias Knauf-Witzens ist der leitende Tierarzt in dem Stuttgarter Zoo. Im Gespräch mit SWR Aktuell erklärt er die verschiedenen Schritte, die möglich sind, um die Tiere zu schützen. So könnten zum Beispiel "epidemiologische Einheiten" gebildet werden. Überall, wo Vögel im Zoo sind, gebe es dann besondere Maßnahmen - einen Besucherstopp für den Bereich, Desinfektionsmatten oder dass nur bestimmte Pfleger dorthin dürfen. "Sollte es ganz schlimm kommen, dann würde man den Zoo sogar sperren."
Volieren und Stall: Zoo-Vögel vor Geflügelpest schützen
Damit die Zoo-Vögel nicht von Wildvögeln angesteckt werden, müsse der direkte Kontakt vermieden werden. Viele Vögel in der Wilhelma sitzen bereits in Volieren - das sind ringsherum mit Netzen eingezäunte Bereiche. Damit dort nichts durchdringt, könnten zusätzlich Planen angebracht werden. Das sei aber mit Blick auf die Herbststürme schwierig. Wie die Vögel im Zoo auf solche Maßnahmen reagieren und was passiert, wenn ein Vogel in der Wilhelma tot aufgefunden wird, erklärt Tobias Witzens im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.

Baden-Württemberg

15.000 Tiere in Betrieb in BW getötet Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für den Menschen? Antworten nach erneutem Ausbruch im Land

Nicht nur bei uns, auch in anderen Teilen Deutschlands mussten zuletzt zehntausende Hühner, Gänse und Puten gekeult werden. Dazu verenden immer mehr Kraniche - die Vogelgrippe breitet sich derzeit ungewöhnlich stark aus. Was man nun wissen muss.

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Autor/in
Margareta Holzreiter
Onlinefassung
Jenny Beyen

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