4.12.2001

Der erste PISA-Schock: deutsche Bildung viel schlechter als ihr Ruf

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Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Deutschland – das Land der Dichter und Denker?

Deutschland – die Kulturnation, das Land, in dem Bildung großgeschrieben wird und wo Schulabschlüsse etwas wert sind. Dieses Selbstbild bekommt kurz vor Weihnachten 2001 einen tiefen Kratzer. Die erste PISA-Studie erscheint. Großes Augenreiben: Deutschland ist gar nicht so gut.

PISA steht für "Programme for International Student Assessment". Eine Schulleistungsuntersuchung an 15-jährigen Schülerinnen und Schülern. Sie testet grundlegendende Kompetenzen in Mathematik sowie Lesekompetenz und naturwissenschaftliches Verständnis.

PISA-Studie methodisch sauber – keine Ausreden fürs schlechte Abschneiden

Ergebnisse der ersten PISA-Studie sickern am 3. Dezember 2001 durch, am 4. Dezember werden sie offiziell bekannt gegeben. Und Fachleute sind sich einig: Es gibt keine Ausrede – die Studie ist methodisch sauber.

Die Presse hat schnell ein Wort gefunden: "PISA-Schock". Die Berichterstattung zwischen dem 3. und 5. Dezember 2001 konzentriert sich dabei vor allem auf drei Botschaften:

  • Deutschland braucht mehr Ganztagsbetreuung
  • In Deutschland hängen die Bildungschancen besonders stark von den finanziellen Ressourcen der Eltern ab
  • Und die Botschaft, die sich am schnellsten herumspricht: Die Finnen sind die besten

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5.12.2025 | Der Physiker Detlef Clas kam 1977 vom CERN in die Schulfunkredaktion des SDR. Er half mit, aus dem Schulfunk ein modernes, akustisch reizvolles Radiofeature zu machen.

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7.11.1964 Länder einigen sich: Schulbeginn nach den Sommerferien

7.11.1964 | Wann beginnt das neue Schuljahr? Die NS-Regierung hatte den Schuljahresbeginn 1941 einheitlich auf den September festgelegt. Das änderten die Besatzungsmächte nach dem Krieg. 1948 wurde in den westlichen Besatzungszonen beschlossen, das Schuljahr im Frühjahr beginnen zu lassen, im April, faktisch nach den Osterferien. Eine Ausnahme war Bayern, da blieb es beim Herbst.
1964 gibt es den Wunsch nach einer bundeseinheitlichen Regelung. Es gewinnt die Bayerische Lösung: Schulbeginn im Herbst. Darauf einigen sich die Kultusminister im sogenannten Hamburger Abkommen am 28. Oktober 1964. Eine Woche später erläutert der baden-württembergische Kultusminister Wilhelm Hahn die Gründe. Die Kultusminister hätten sowohl lernpsychologische als auch praktische Erwägungen berücksichtigt.
Die wichtigsten Gründe für die Entscheidung: Die Sommerferien sind so lang, dass sie sich als die bessere Zäsur zwischen den Schuljahren eignen. Und: Die Länder passten sich mit der Einigung an das Ausland an, wo ebenfalls die Herbstlösung dominierte.
In den meisten Ländern, die sich umstellten, gab es im Anschluss an die Entscheidung zwei Kurzschuljahre, sodass 1967 die Umstellung vollzogen war.