„Love Letters“ – die Magie purer Worte
Noch als Schauspielschülerin hat Anna Schudt die Münchner Uraufführung von „Love Letters“ erlebt. Eine nachhaltige Erfahrung, die sie jetzt für ein gemeinsames Projekt mit ihrem langjährigen Kollegen Jörg Hartmann reaktiviert hat und in Fellbach für die Kulturgemeinschaft auf die Bühne bringt.
Das Kammerstück von Albert Ramsdell Gurney, das 1990 für den Pulitzer Preis nominiert wurde, erzählt die Geschichte einer lebenslangen Brieffreundschaft, einer unerfüllten Liebe. Viel passiere nicht in dieser Theaterlesung, meint Anna Schudt, aber man gehe bei der Intimität des Briefgesprächs automatisch mit: „Das ist die Magie der Sprache“.
Eine Frau ohne Berührungsängste
Anna Schudt, die heute mit ihrer Familie in Düsseldorf lebt, ist am Bodensee in Konstanz aufgewachsen. Weil sich ihre Mutter für geflüchtete Menschen eingesetzt hat und am Aufbau einer Unterkunft beteiligt war, ist sie als Kind ganz selbstverständlich zum Spielen ins Asylbewerberwohnheim gegangen.
Hautfarbe, Sprache und Religion haben da keine Rolle gespielt, sagt Anna Schudt, es ging einfach nur ums gemeinsame Spielen. Sie habe damit nur sehr gute Erfahrungen gemacht und daher heute keinerlei Berührungsängste.
„Ich mache etwas, wo ich noch nie das Gefühl hatte, ich arbeite“
Mit 17 hat Anna Schudt das Gymnasium geschmissen, um nach München an die Schauspielschule zu gehen. Wenn etwas Kraft habe, setze sich das einfach durch, erklärt sie im Rückblick ihre Entschlossenheit.
Der Erfolg gibt ihr Recht. Neben dem Theater ist sie seit 2002 jährlich mit gleich mehreren Film- und Serienproduktionen beschäftigt. Die Arbeit mache ihr einfach Spaß. Sich für eine Rolle in neue Fertigkeiten einzuarbeiten, sieht Anna Schudt als Herausforderung. „Wir sind hier, um zu wachsen und zu lernen“.
Das Stück „Love Letters - Eine Liebesgeschichte in Briefen von Albert Ramsdell Gurney“ mit Anna Schudt und Jörg Hartmann ist am 21.2.2026 in der Schwabenlandhalle Fellbach zu sehen.