Theaterstück „Love Letters“

„Wir sind hier, um zu wachsen und zu lernen“ – Anna Schudt liebt die Herausforderung

Viele Jahre hat sie den Dortmunder Tatort geprägt, nun steht die Schauspielerin wieder mit ihrem ehemaligen Ermittler-Kollegen Jörg Hartmann auf der Bühne. In SWR Kultur erzählt Anna Schudt von ihrer „Heimat Theater“, ihrem Aufwachsen mit Flüchtlingskindern und davon, was ihr Selbstverständnis ausmacht.

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„Love Letters“ – die Magie purer Worte

Noch als Schauspielschülerin hat Anna Schudt die Münchner Uraufführung von „Love Letters“ erlebt. Eine nachhaltige Erfahrung, die sie jetzt für ein gemeinsames Projekt mit ihrem langjährigen Kollegen Jörg Hartmann reaktiviert hat und in Fellbach für die Kulturgemeinschaft auf die Bühne bringt.

Anna Schudt und Jörg Hartmann im Stück "Changes" an der Schaubühne Berlin
Anna Schudt und Jörg Hartmann im Stück „Changes“ an der Schaubühne Berlin

Das Kammerstück von Albert Ramsdell Gurney, das 1990 für den Pulitzer Preis nominiert wurde, erzählt die Geschichte einer lebenslangen Brieffreundschaft, einer unerfüllten Liebe. Viel passiere nicht in dieser Theaterlesung, meint Anna Schudt, aber man gehe bei der Intimität des Briefgesprächs automatisch mit: „Das ist die Magie der Sprache“.

Eine Frau ohne Berührungsängste

Anna Schudt, die heute mit ihrer Familie in Düsseldorf lebt, ist am Bodensee in Konstanz aufgewachsen. Weil sich ihre Mutter für geflüchtete Menschen eingesetzt hat und am Aufbau einer Unterkunft beteiligt war, ist sie als Kind ganz selbstverständlich zum Spielen ins Asylbewerberwohnheim gegangen.

Hautfarbe, Sprache und Religion haben da keine Rolle gespielt, sagt Anna Schudt, es ging einfach nur ums gemeinsame Spielen. Sie habe damit nur sehr gute Erfahrungen gemacht und daher heute keinerlei Berührungsängste.

„Ich mache etwas, wo ich noch nie das Gefühl hatte, ich arbeite“

Mit 17 hat Anna Schudt das Gymnasium geschmissen, um nach München an die Schauspielschule zu gehen. Wenn etwas Kraft habe, setze sich das einfach durch, erklärt sie im Rückblick ihre Entschlossenheit.

Schauspielerin Anna Schudt
Anna Schudt ist am Bodensee in Konstanz aufgewachsen.

Der Erfolg gibt ihr Recht. Neben dem Theater ist sie seit 2002 jährlich mit gleich mehreren Film- und Serienproduktionen beschäftigt. Die Arbeit mache ihr einfach Spaß. Sich für eine Rolle in neue Fertigkeiten einzuarbeiten, sieht Anna Schudt als Herausforderung. „Wir sind hier, um zu wachsen und zu lernen“.

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In seiner ersten Rolle Ende der 1970er Jahre spielte ein gewisser Hans-Jürgen Müller einen Obdachlosen namens Richy. Der Name sei hängen geblieben, so der Schauspieler in SWR Kultur.

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Marie-Christine Werner
Marie-Christine Werner, Leiterin SWR Landeskultur Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Interview mit
Anna Schudt
Onlinefassung
Silke Arning
Moderatorin Silke Arning