Damit das Gericht gelingt, beim Einkauf unbedingt darauf achten, dass die Tiere art- und wesensgerecht gehalten wurden. An der tiefdunklen Farbe des Muskelfleisches lässt sich ablesen, ob die Enten entsprechenden Auflauf genießen konnten, was den Geschmack beeinflusst, weiß der Physiker von Mainzer Max-Planck-Institut Prof. Thomas Vilgis. Als Beilage empfiehlt der Genussexperte Semmelknödel, die ganz unbayrisch durchaus kleiner ausfallen und vor allem ohne die traditionelle Petersilie auskommen. Stattdessen sorgen Muskatnuss und Kardamom für den besonderen Piff.
Rezept: Entenkeule & Semmelknödelchen
Geschmorte Entenkeulen
Zutaten:
2 Entenkeulen
1 Zwiebel (in grobe Stücke geschnitten)
1 kleines Stück Sellerie
1 Karotte (gesäubert)
5 Shiitake Pilze
Etwas Lauchgrün (gewaschen, grob geschnitten)
3 bis 4 Zweige Petersilie
2 Gewürznelken
2 Lorbeerblätter
1 Sardelle (Glas)
Etwas Entenschmalz
Salz
Eine Flasche Rotwein
Zubereitung:
Einen Bräter mit Entenschmalz bestreichen und die Keulen mit der Haut nach oben hineinlegen. Anschließend unter dem Grill des Backofens gut bräunen (nur die Hautseite) Keulen herausnehmen. Gemüse sowie die Pilze in dem Bräter unter dem Grill anrösten. Dabei immer wieder umrühren. Danach die Gewürze zugeben, noch einmal durchschwenken und die Entenkeulen wieder mit der Hautseite nach oben auf das Gemüse legen. Die Flasche Rotwein angießen und im Backofen immer noch mit der Grillfunktion aufkochen lassen. Dabei darauf achten, dass die Hautseite nicht schwarz wird (also Grillhitze nachsteuern und / oder ab und zu die Backofentür etwas öffnen) Leicht salzen und die Hitze auf 120 °C reduzieren, die Entenkeulen etwa 2 Stunden zugedeckt schmoren. Anschließend im Ofen abkühlen lassen. Danach die Entenkeulen herausnehmen, das Fleisch vorsichtig von den Knochen lösen und beiseitestellen.
Sauce:
250 ml Bratenfond ½ TL sehr würziger Honig Butter zum Montieren
Für die Sauce die Lorbeerblätter herausnehmen, anschließend alles mit dem Stabmixer so fein wie möglich pürieren. Durch ein Sieb streichen und für die Sauce etwa 250 ml abnehmen. Honig in einen Saucentopf geben und auf dem Herd vorsichtig karamellisieren lassen, dann mit etwas Bratenfond ablöschen. Den nun dicklichen Fond in den Saucentopf geben, mindestens um ein Drittel reduzieren und mit Salz abschmecken. Vor dem Servieren mit Butter zu einer sämigen Sauce aufschlagen.
Semmelknödel
Zutaten:
2 Weizenbrötchen - vom Vortag (ca. 60g pro Brötchen)
1 Ei
75 ml Vollmilch
1 kleine Zwiebel in feine Würfel geschnitten
½ TL gemahlener Kardamom
½ TL Muskatnuss (frisch gerieben)
1 EL Butter Salz Pfeffer frisch gemahlen
Zubereitung:
Die Brötchen in kleine Würfel schneiden, diese in eine Schüssel geben und leicht salzen.
Zwiebeln in Butter glasig dünsten, Muskat und Kardamom dazugeben und zu den Semmelwürfeln geben.
Die Milch auf max. 50 °C erwärmen und über die Semmelwürfel geben.
Mit einem Kochlöffel alles gut vermengen und für ca. 20 Minuten rehydratisieren lassen.
Anschließend das Ei verrühren und zur Knödelmasse geben, nochmals salzen und mit etwas Pfeffer würzen. Mit den Händen durchkneten und kleine Knödel formen.
Wasser in einem großen Topf aufkochen, salzen, dann die Hitze so runterfahren, dass das Wasser nur noch sehr schwach siedet.
Knödel vorsichtig ins heiße Wasser geben und garziehen.
Sobald die Knödel an die Oberfläche steigen, sind sie gar.
Herausnehmen, abtropfen und etwas ausdampfen lassen, damit sie nicht die sämige Sauce verwässern.
Zum Servieren das Fleisch nochmal kurz unter dem heißen Grill (oder in einer heißen Pfanne mit etwas Butter) erwärmen, dann auf Teller geben, Semmelknödel (halbiert) danebenlegen und mit Sauce übergießen.