Freie Szene steht unter Druck
Die größte Bedrohung für die Kultur sei eine andere. Mit Blick auf das Jahr 2026 warnt Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat davor, Kulturpolitik allein auf steigende Etats zu reduzieren. Zwar sei es „erstmal gut, dass der Bund sein Etat nicht nur halten, sondern sogar leicht erhöhen kann“, doch davon profitierten vor allem große Kulturinstitutionen.
Problematisch sei, dass die freie Szene unter Druck gerate, weil Verantwortung zwischen Bund, Ländern und Kommunen verschoben werde – „man verschiebt nur von einer leeren Tasche zur anderen leeren Tasche“.
Drastische Einsparungen für Kultur in Karlsruhe und Stuttgart Aus für Stuttgarter Literaturfestival, harte Zeiten für ZKM und Badisches Staatstheater
Das Geld ist knapp, die Kulturszene wird darunter leiden. Das sind die Ergebnisse der Verhandlungen um den neuen Doppelhaushalt in Karlsruhe und Stuttgart. Doch es gibt Lichtblicke.
Aus des Kulturpasses für Jugendliche
Besonders kritisch sieht Zimmermann das Aus des Kulturpasses für Jugendliche, da damit ein wichtiges Instrument kultureller Teilhabe verloren gehe: „Leider hat dieses Experiment viel zu kurz gedauert, sodass man überhaupt nicht feststellen konnte: Ist es erfolgreich? Ist es nicht erfolgreich? Die Franzosen machen uns vor, dass man das erfolgreich machen kann. Wir haben zu früh damit aufgehört.“
Das Aus für kulturelle Teilhabe: Zum Kulturpass-Ende
Die größte Herausforderung für die Kulturpolitik 2026 liege jedoch jenseits der Finanzierung, denn „die allergrößte, das ist für uns der Wandel, den wir durch die künstliche Intelligenz erleben“.
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Diskussion Kultur unter Spardruck – Droht Theatern, Museen und freier Szene das Aus?
Der Aufschrei der Szene war laut und schrill: 130 Millionen Euro weniger für die Berliner Kultur, das gehe gar nicht. Als ob nur die Theater und Museen der Hauptstadt vom Sparkurs der Länder und Kommunen betroffen wären. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steht auch die Kulturförderung bundesweit durch Subventionen und Steuergelder zur Disposition. Was bedeutet das für die Kulturnation Deutschland? Welche alternativen Finanzierungs-Möglichkeiten sind denkbar? Doris Maull diskutiert mit Tobias Rapp - Journalist und Leitartikler beim Spiegel, Dr. Olaf Zimmermann - Geschäftsführer Deutscher Kulturrat, Karin Becker - Intendantin Theater Konstanz