KI und Kreativarbeit

Synchronsprecher boykottieren Netflix wegen KI-Verträgen

Deutsche Synchronsprecher verweigern neue Netflix-Produktionen. Der Vorwurf: Verträge erlauben KI-Training mit ihren Stimmen – ohne echte Mitsprache der Künstler.

Teilen

Stand

KI soll mit Synchronstimmen trainieren dürfen

Viele Mitglieder des Verbands deutscher Sprecher:innen (VDS) boykottieren derzeit die Synchronisation neuer Netflix-Serien und -Filme. Grund sind neue Verträge, in denen Sprecherinnen und Sprecher einwilligen sollen, dass ihre Arbeit zur Erstellung hochwertiger Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz genutzt wird.

„Derzeit haben wir überhaupt kein Mitspracherecht“, sagt David M. Schulze, Vorstandsmitglied des VDS und Synchronsprecher. „Wir sehen aber, dass die Entwicklung synthetischer Stimmen derzeit stagniert. Ein Grund ist, dass hochwertige Trainingsdaten dafür fehlen.“ Umso gravierender seien also die neuen Rechteabtretungen von Netflix, die die KI-Trainings vorsehen, um an diese Daten zu gelangen.

David M. Schulze spricht von einem Scheideweg für die deutsche Synchronsprecherinnen und Sprecher: „Es ist letztendlich ein gesamtgesellschaftliches Thema, wie wir Unternehmen erlauben mit unseren Daten umzugehen.“

Zwischen Nostalgie und Innovation KI macht Pumuckl wieder hörbar - und Synchronsprechern Sorgen

Im neuen Pumuckl-Film klingt der Kobold fast wie früher – dank KI. Was für Fans nach Nostalgie klingt, sorgt bei Synchronsprechern wie Katrin Fröhlich für grundsätzliche Fragen.

SWR Kultur am Abend SWR Kultur

Manou Lubowski und Sascha Draeger im Gespräch Synchronsprechen bei TKKG: „Sobald wir im Studio sind, sind wir wieder Kinder“

Seit mehr als 40 Jahren gibt es die Jugend- und Kinder-Hörspielreihe TKKG. Manou Lubowski und Sascha Draeger sprechen seit Anfang an als Klößchen und Tim zwei der Hauptrollen.

SWR Kultur am Abend SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Frauke Oppenberg
Frauke Oppenberg, Team SWR Kultur
Interview mit
David M. Schulze