Film-Diva Claudia Cardinale ist gestorben

„Der schönste Stern unserer Kino-Geschichte“

Der französisch-italienische Filmstar Claudia Cardinale ist im Alter von 87 gestorben. Sie wurde durch Rollen in Filmen wie „Der Leopard“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Achteinhalb“ berühmt. Auch abseits der Leinwand war die Schauspielerin ein bemerkenswerter Mensch, sagt ARD-Korrespondentin Lisa Weiß in SWR Kultur.

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Cardinale konnte gut beobachten

Von einem Interview, das sie mit Claudia Cardinale führte, erzählt Lisa Weiß: „Ich war total überrascht, dass sie für italienische Verhältnisse überpünktlich war.“ Für einen der größten Stars des europäischen Kinos sei Cardinale sehr unprätentiös gewesen: „Eine Frau, die überlegt, die zuhört, die etwas zu sagen hatte.“

Cardinale habe zwar auch Anekdoten aus ihrer Karriere erzählt, aber: „Man merkte dabei, dass sie auch eine sehr genaue Beobachterin ist.“

Claudia Cardinale bei der Verleihung Deutscher Nachhaltigkeitspreis im Jahr 2012
Claudia Cardinale bei der Verleihung Deutscher Nachhaltigkeitspreis im Jahr 2012

Eine Frau, die sich durchsetzen musste

Die in Tunesien geborene Cardinale, Tochter einer Französin und eines Sizilianers, erzählte gerne, wie sie als Halbwüchsige bei einem Schönheitswettbewerb in Tunis entdeckt und zu einer Reise in die italienischen Filmstudios Cinecittà bei Rom eingeladen wurde.

Ihren Sohn hielt sie lange vor der Öffentlichkeit geheim, weil sie vergewaltigt worden war. Das Frausein sei bei Cardinale sehr klar herausgekommen: „Man merkte, dass sie sich immer durchsetzen musste – und das auch gemacht hat auf ihre Weise“, so Weiß.

Die meisten Filmkritiker würden vor allem Cardinales Schönheit betonen und übersähen dabei, welch eine gute Schauspielerin sie gewesen sei.

Claudia Cardinale in „Der Leopard“ (1963)

The Leopard (1963) ORIGINAL TRAILER [HD]

Lob für Anti-Konformismus

Das Echo der italienischen Medien auf den Tod von Claudia Cardinale findet Lisa Weiß in einer Hinsicht bemerkenswert: Statt ihre italienischen Wurzeln zu betonen werde hervorgehoben, dass sie einer der großen Stars des europäischen Kinos gewesen sei.

„Man betont ihren Anti-Konformismus und ihren rebellischen Blick“, erklärt die ARD-Korrespondentin. Der Verband der italienischen Filmstudios hingegen schrieb: „Sie war der vielleicht schönste Stern im schönsten Moment unserer Kino-Geschichte.“

Zeitwort 11.07.1968: „Spiel mir das Lied vom Tod“ wird uraufgeführt

Was in den 60er Jahren als „Italo-Western“ oder „Spaghetti-Western“ bezeichnet wurde, nahm kaum ein echter Western-Fan ernst. Bis Sergio Leone sein Meisterwerk drehte.

Zeitwort SWR Kultur

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Rainer Volk
Rainer Volk
Interview mit
Lisa Weiß