„Er war zentral. Er hat Trends entwickelt wie diese Potpourri-Reihen mit dem Nonstop Dancing“, sagt Holtsträter zur Bedeutung des Arrangeurs und Orchester-Chefs, der im Jahr 2015 verstarb.
Die Popsongs, die Last bearbeitete, seien dann bei allen denkbaren Gelegenheiten gespielt: „Diese Musik war allgegenwärtig und war ein extrem wichtiger kommerzieller Faktor in der Musikindustrie.“
50 Kisten mit Partituren und Lasts komplette Diskothek
Der gelernte Jazz-Bassist James (eigentlich: Hans) Last hinterließ etwa 200 Umzugskisten voll Material, das jetzt nach Freiburg gelangt ist. „Wir haben die komplette Diskothek von James Last bekommen. Wir können also nachvollziehen, was er gehört hat“, erzählt Holtsträter.
Allein 50 Kisten seien voll mit Partituren. „Man hat ja erzählt, dass er eigentlich andauernd arrangiert und komponiert hat – und das dokumentiert auch diese Sammlung.“
James Last und die Club-Kultur der 1970er-Jahre
„Was in der Popularmusik bisher wenig beachtet worden ist, ist die Tatsache, dass es eine Schriftkultur gibt“, sagt Holtsträter über die Bedeutung der Partituren. Die Musik verrate auch viel über die Kulturgeschichte der 1970er-Jahre.
„Nonstop Dancing zeigt die Klubkultur, die heimische Partykultur“, nennt der Experte Beispiele. Wichtig sei auch gewesen, dass Last mit seinen Cover-Versionen die Pop- und Rockmusik der Zeit „nutzbar“ machte. Indem er die zumeist englischen Texte wegließ, habe so auch die ältere Generation Zugang zu dieser Musik gefunden.
Eine Last-Komposition: Das „Traumschiff“-Thema
Toller Fund für das Genre U-Musik
Über den „Happy Party Sound“ meint Holtsträter: „Das ist auch ein merkwürdiger Blick in die Bonner Republik.“
Für diejenigen, die mit der Musik von James Last aufwuchsen, sei der Nostalgie-Faktor nicht zu unterschätzen. Der Musikwissenschaftler findet es aber auch ermutigend, dass Nachwuchswissenschaftler in seinem Fach das Genre „Unterhaltungsmusik“ entdeckt haben. „Das bedeutet: Das zieht jetzt gerade. Und da ist James Last ein toller Fund gewesen.“