Verschwörungserzählungen prägen die Corona-Pandemie
Eine Zoonose – also die Übertragung eines Virus vom Tier auf den Menschen – hat die Welt während der Corona-Pandemie zum Stillstand gebracht. Die neue Kino-Dokumentation „Blame“ erzählt von drei Forschenden, die den Ursprung des SARS-Virus in einer Fledermaushöhle entdeckten und während der Pandemie zur Zielscheibe zahlreicher Angriffe wurden.
„Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich hatte noch nie in meiner ganzen Karriere so Angst um einen Protagonisten“, sagt Regisseur Christian Frei über den Wissenschaftler Peter Daszak. „Er wird bedroht – ebenso seine Familie und seine Kinder. Das ist für mich ein Zeichen unserer Zeit – einer düsteren Zeit.“
Rechtspopulisten gegen die Wissenschaft
Für Frei sind Wissenschaftsfeindlichkeit und Verschwörungserzählungen rund um die Pandemie eine direkte Folge des Erstarkens rechtspopulistischer Parteien sowie einer von Desinformation geprägten Internetkultur. „Wir sind ständig Spekulationen und Aufregungen ausgesetzt. Es wird immer schwieriger, sich zu orientieren. ‚Blame‘ möchte hier ein wenig Ruhe hineinbringen“, so Frei.
Neben dem New Yorker SARS-Forscher Peter Daszak zeigt der Film auch die Arbeit von Linfa Wang aus Singapur und Shi Zhengli aus Wuhan. Die Dokumentation beleuchtet den Konflikt zwischen langsamer, sorgfältiger Wissenschaft und einer zunehmend aufgeheizten Medienlandschaft. Der Film ist ab dem 16. April im Kino zu sehen.
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