Wie haben die Menschen das Unglück damals aufgenommen?
Volker Heise, Regisseur des Dokumentarfilms „Tschernobyl 86 – Der Super-GAU“, erinnert den Tag des Unglücks noch gut: „Die Sonne schien und ich war auf dem Wannsee. Ich bin nach Hause gekommen und habe im Radio die Nachricht gehört, dass in der Sowjetunion ein Super-GAU passiert sei.“
Erzählt wird der Film ausschließlich mit Hilfe von Archivmaterial. Für Heise ist dabei wichtig, nicht zu beleuchten, wie und warum die Katastrophe passiert sei und wer Schuld habe, sondern: „Was mich eher interessiert hat, ist, wie die Menschen damals das aufgenommen haben und was das dann mit den Menschen gemacht hat und mit der Gesellschaft und ihren Institutionen“.
In den ersten 14 Tagen nach dem Unglück gab es fast keine Bilder
Eine herausfordernde Aufgabe, denn in den ersten 14 Tagen nach dem Unglück habe es so gut wie keine Bilder aus Tschernobyl gegeben, so der Regisseur.
Wachsende Angst und Spekulationen vor dem Unheimlichen sind die Folge mangelnder Informationen: „Das ist ja im Grunde genommen das Unheimlichste, was einem Menschen passieren kann, dass er weiß, da ist irgendetwas, aber er weiß nicht was. Er weiß nicht, wie es aussieht, er weiß nicht, wie es schmeckt und ob es schmeckt, er kann es nicht sehen. Aber irgendwas ist da in der Luft.“
Die ARD Doku „Tschernobyl 86 – Der Super-GAU“ ist am 13. April 2026 23:05 Uhr im Ersten und ab sofort in der ARD Mediathek zu sehen.
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