Gespräch mit Regisseur Volker Heise

Die Schatten zeigen: ARD-Dokumentation „Tschernobyl 86 – Der Super-GAU“

Am 26. April 1986 kommt es im Kernkraftwerk Tschernobyl zum bis heute schwersten Unfall in der zivilen Nutzung der Kernenergie. Insgesamt 150.000 Quadratkilometer in der Umgebung werden verseucht, zum Teil sind sie bis heute unbewohnbar. Radioaktives Material verteilt sich über die Atmosphäre sowie durch Winde überall in Europa.

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Stand

Wie haben die Menschen das Unglück damals aufgenommen?

Volker Heise, Regisseur des Dokumentarfilms „Tschernobyl 86 – Der Super-GAU“, erinnert den Tag des Unglücks noch gut: „Die Sonne schien und ich war auf dem Wannsee. Ich bin nach Hause gekommen und habe im Radio die Nachricht gehört, dass in der Sowjetunion ein Super-GAU passiert sei.“

Erzählt wird der Film ausschließlich mit Hilfe von Archivmaterial. Für Heise ist dabei wichtig, nicht zu beleuchten, wie und warum die Katastrophe passiert sei und wer Schuld habe, sondern: „Was mich eher interessiert hat, ist, wie die Menschen damals das aufgenommen haben und was das dann mit den Menschen gemacht hat und mit der Gesellschaft und ihren Institutionen“.

In den ersten 14 Tagen nach dem Unglück gab es fast keine Bilder

Eine herausfordernde Aufgabe, denn in den ersten 14 Tagen nach dem Unglück habe es so gut wie keine Bilder aus Tschernobyl gegeben, so der Regisseur.

Wachsende Angst und Spekulationen vor dem Unheimlichen sind die Folge mangelnder Informationen: „Das ist ja im Grunde genommen das Unheimlichste, was einem Menschen passieren kann, dass er weiß, da ist irgendetwas, aber er weiß nicht was. Er weiß nicht, wie es aussieht, er weiß nicht, wie es schmeckt und ob es schmeckt, er kann es nicht sehen. Aber irgendwas ist da in der Luft.“

Archivradio-Gespräch 26. April 1986: Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und die Folgen

Erste Nachrichten, ängstliche Spargelbauern, eine hitzige Bundestagsdebatte und: Eskalation in Wackersdorf – Tonaufnahmen aus den Wochen nach der Reaktorkatastrophe 1986.

Ulm

Ausstellung Tschernobyl 1986 – Bewegende Bilder einer Katastrophe in Ulm

40 Jahre nach dem Super-Gau: Tschernobyl – eine Fotoausstellung im Stadthaus Ulm zeigt, wie die Natur Räume zurückerobert und der Mensch selbst die größte Gefahr für die Umwelt ist.

SWR Kultur SWR

Zeitwort 23.01.1987: In Bayern wird verstrahlte Molke verkauft

Das Reaktorunglück in Tschernobyl zählt zu den schwersten seit der zivilen Nutzung der Kernenergie. Die ausgetretene Radioaktivität hat nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Wirtschaft beschädigt.

Zeitwort SWR Kultur

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Frauke Oppenberg
Frauke Oppenberg, Team SWR Kultur
Interview mit
Volker Heise