Das Festival des deutschen Films hat sich in seiner 21. Ausgabe inzwischen zum zweitgrößten Filmfestival Deutschlands entwickelt. Erwartet werden wie im vergangenen Jahr rund 120.000 Gäste, darunter viel Prominenz – damit ist es das besucherstärkste deutsche Filmfestival nach der Berlinale.
Bis zum 7. September sind dort 75 Filme in Kinozelten und in einem Freilichtkino zu sehen. Zum Abschluss am 6. September wird die Fachjury den Filmkunstpreis und das Publikum den Rheingold-Preis vergeben.
Historienfilme für den Filmkunstpreis
Um den Ludwigshafener Filmkunstpreis konkurrieren in diesem Jahr vierzehn Produktionen. Historische Themen stehen im Wettbewerb dieses Jahr dabei hoch im Kurs.
Ins Rennen geht unter anderem die ZDF-Produktion „An einem Tag im September“ (2025) von Kai Wessel, der zudem mit dem Regiepreis ausgezeichnet wird. Der Historienfilm erzählt von einem Treffen zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle – ein schwieriges Unterfangen, geprägt von Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Der Film wird am 15. September ausgestrahlt.
Das epochale Drama „In die Sonne schauen“ (2025) von Mascha Schilinski, der Ende des Monats ins Kino kommt, gewann bereits in Cannes dieses Jahr den Preis der Jury und geht für Deutschland ins Rennen um den Oscar als bester ausländischer Film. Erzählt wird die Geschichte von mehreren Generationen auf einem Bauernhof in der Altmark, von 1900 bis heute.
Auch der Medienthriller „September 5“ (2024) über das Terrorattentat in München 1972 ist nominiert. Der Film von Tim Fehlbaum mit internationaler Starbesetzung war bereits für das beste Drehbuch bei den Academy Awards nominiert und hat beim Deutschen Filmpreis gleich zehn Preise abgeräumt.
Die Schauspielkunst von Uwe Ochsenknecht und Rainer Bock
Zudem werden zwei Schauspieler für ihr Handwerk geehrt. Die Träger des „Preises für Schauspielkunst“ sind in diesem Jahr Uwe Ochsenknecht und Rainer Bock.
Uwe Ochsenknecht spielt in der Tragikomödie „Die Ironie des Lebens“ (2024) von Markus Goller den Comedy-Star Edgar, dessen Ex-Frau (Corinna Harfouch) an Krebs erkrankt – eine Diagnose, die das Leben beider auf den Kopf stellt und sie einander wieder näher bringt.
Rainer Bock wiederum verkörpert im Drama „Karla“ (2025) von Christina Tournatzés, das im Juni Premiere beim Filmfest in München feierte, einen Richter mit einen schwierigen Fall. Der Film erzählt von einer wahren Geschichte über Missbrauch in der Familie und das Schweigen darüber.
Ein heiterer Auftrakt mit dem Eröffnungsfilm „Petra geht baden“
Auch der Eröffnungsfilm bewirbt sich um den Filmkunstpreis. Die ZDF-Komödie „Petra geht baden“ von Rainer Kaufmann sorgt für einen heiteren Auftakt. Darin machen sich zwei „Best Ager“ mit dem Wohnmobil zu einer Reise auf, die sich einer der beiden lang gewünscht hat – und die andere sabotiert. Der Film läuft am 28. September im Fernsehen und vorab im Streamingportal.
Festival der Neuentdeckungen: Frauen im Fokus
Neben Filmen, die schon auf anderen Festivals, im Kino oder Fernsehen zu sehen waren, wird es einige Uraufführungen geben. Thematisch lässt sich dabei erkennen: Es geht oft um Herausforderungen von Frauen und Müttern.
Der Fernsehfilm „Fast perfekte Frauen“ (2024) von Gabriela Zerhau erzählt von sechs Frauen, die sich in einer Kur an der Nordsee zusammenfinden und über ihre Probleme austauschen. Von pubertierenden Kindern bis zu depressiven Männern erzählt die Komödie dabei vor allem von ungewöhnlichen Freundschaften.
Allein unter Müttern und Muttis Muckibude
Auch der Fernsehfilm „Der Club der starken Frauen“ (2025) handelt von einer Kurreise: Der alleinerziehende Vater Mike fährt mit seiner Tochter in eine Eltern-Kind-Kur und findet sich allein unter Frauen wieder. Regisseur Till Endemann liefert hier zwischen Yoga und Gruppentherapie eine Männerkomödie der anderen Art.
Einen Sinn fürs Skurrile hat die TV-Produktion „Mensch Mutti“ (2024) von Christine Rogoll. Darin versuchen die ehemalige DDR-Profiturnerin Christa und ihre Tochter eine Fitnesskette davon abzuhalten, ihr Fitnessstudio in Sachsen-Anhalt aufzukaufen.