Preis für Rolle in „Die Ironie des Lebens“

Uwe Ochsenknecht: „Ich lag gar nicht so falsch damit, Schauspieler zu werden“

Der Schauspieler erhält beim „Festival des deutschen Films Ludwigshafen“ den „Preis für Schauspielkunst“ – eine Würdigung seiner vielseitigen Karriere.

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Uwe Ochsenknecht hat in über 170 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und ist mit fast allem ausgezeichnet worden, was die deutsche Filmbranche hergibt: vom Bundesfilmpreis über den Deutschen Filmpreis bis zum Bambi.

Nun bekommt er beim „Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein“ den „Preis für Schauspielkunst“ für die Rolle des Edgar im Film „Die Ironie des Lebens“.

„Es ist ein Preis, der den Menschen in Erinnerung ruft, dass die Schauspielerei eine Kunst ist und eine Technik, die in jahrelangem Üben erarbeitet werden muss“, sagt Ochsenknecht im Gespräch mit SWR Kultur.

Franka Potente, Uwe Ochsenknecht und Hannelore Elsner präsentieren stolz ihre Trophäen nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2000
Uwe Ochsenknecht bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises im Jahr 2000

Hinzu kommt, dass er in Mannheim aufgewachsen ist, also einen Steinwurf von Ludwigshafen entfernt. In Mannheim hat er seine ersten Schritte in die Schauspielerei getan, als Komparse und Sänger im Kinderchor des Nationaltheaters.

Der Preis ist eine Bestätigung dafür, dass ich gar nicht so falsch lag mit der Entscheidung, Schauspieler zu werden.

Der Durchbruch gelang Uwe Ochsenknecht mit die Rolle des Lamprecht im Film „Das Boot“ von Wolfgang Petersen im Jahr 1981. Ein paar Jahre später folgte die vielbeachtete Beziehungskomödie „Männer“ von Dorris Dörrie und 1992 die oscarnominierte Satire „Schtonk!“ von Helmut Dietl, mit Ochsenknecht in der Rolle des Fälschers der Hitlertagebücher.

Uwe Ochsenknecht und Götz Georgi in dem Film "Schtonk!", 1992
Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Fälschers Prof. Dr. Fritz Knobel im Film "Schtonk!"

Film: „Die Ironie des Lebens“ an der Seite von Corinna Harfouch

In seiner nun preisgekrönten Rolle spielt Uwe Ochsenknecht den erfolgreichen Comedian Edgar, der sein Publikum mit Witzen über Ehe und Scheidung unterhält. Eines Tages sitzt seine geschiedene Frau Eva, gespielt von Corinna Harfouch, im Publikum.

In der Garderobe eröffnet sie ihm, dass sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Sie will auf Operationen und Chemotherapie verzichten und die ihr verbleibende Zeit in Würde verbringen, was Edgar nicht verstehen will.

Auch abseits der Leinwand beschäftigt das Thema Sterben den Schauspieler: „Man sollte sich nicht erst nach einem Schicksalsschlag damit auseinandersetzen, sondern auch wenn es uns sehr gut geht“. Wenn man immer mitdenke, dass die Stunde irgendwann schlägt, könne man das Leben bewusster wahrnehmen.

Uwe Ochsenknecht in dem Film "Die Ironie des Lebens"
Uwe Ochsenknecht in der Rolle des Edgars im Film "Die Ironie des Lebens"

Die Chemie muss stimmen

Im Film verhandelt er diesen Konflikt an der Seite von Corinna Harfouch, die ihrer Figur eine große emotionale Tiefe verleiht, während er selbst überzeugend den Comedian auf der Bühne gibt. Ochsenknecht und Harfouch – zwei schauspielerische Schwergewichte, die unterschiedlicher nicht sein können, und noch nie zuvor gemeinsam einen Film gemacht haben.

Uwe Ochsenknecht in dem Film "Die Ironie des Lebens"
Das geschiedene Paar Edgar (Uwe Ochseknecht) und Eva (Corina Harfouch) kommt sich nach Evas Krebsdiagnose wieder näher.

Beide hätten gleich gemerkt, dass die Chemie zwischen ihnen stimme und sie sich riechen könnten, sagt Ochsenknecht – eine wichtige Voraussetzung für den Film, in dem die beiden Figuren sich sehr nahe kommen. Ein gelungenes Casting für die Macher des Films, Oliver Ziegenbalg und Markus Goller. „Eine bessere Filmkollegin hätte ich mir nicht ausdenken können“, betont Ochsenknecht.

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SWR Kultur am Abend SWR Kultur

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Jörg Armbrüster
Interview mit
Uwe Ochsenknecht
Onlinefassung
Tobias Ignée