Uwe Ochsenknecht hat in über 170 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und ist mit fast allem ausgezeichnet worden, was die deutsche Filmbranche hergibt: vom Bundesfilmpreis über den Deutschen Filmpreis bis zum Bambi.
Nun bekommt er beim „Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein“ den „Preis für Schauspielkunst“ für die Rolle des Edgar im Film „Die Ironie des Lebens“.
„Es ist ein Preis, der den Menschen in Erinnerung ruft, dass die Schauspielerei eine Kunst ist und eine Technik, die in jahrelangem Üben erarbeitet werden muss“, sagt Ochsenknecht im Gespräch mit SWR Kultur.
Hinzu kommt, dass er in Mannheim aufgewachsen ist, also einen Steinwurf von Ludwigshafen entfernt. In Mannheim hat er seine ersten Schritte in die Schauspielerei getan, als Komparse und Sänger im Kinderchor des Nationaltheaters.
Der Preis ist eine Bestätigung dafür, dass ich gar nicht so falsch lag mit der Entscheidung, Schauspieler zu werden.
Der Durchbruch gelang Uwe Ochsenknecht mit die Rolle des Lamprecht im Film „Das Boot“ von Wolfgang Petersen im Jahr 1981. Ein paar Jahre später folgte die vielbeachtete Beziehungskomödie „Männer“ von Dorris Dörrie und 1992 die oscarnominierte Satire „Schtonk!“ von Helmut Dietl, mit Ochsenknecht in der Rolle des Fälschers der Hitlertagebücher.
Film: „Die Ironie des Lebens“ an der Seite von Corinna Harfouch
In seiner nun preisgekrönten Rolle spielt Uwe Ochsenknecht den erfolgreichen Comedian Edgar, der sein Publikum mit Witzen über Ehe und Scheidung unterhält. Eines Tages sitzt seine geschiedene Frau Eva, gespielt von Corinna Harfouch, im Publikum.
In der Garderobe eröffnet sie ihm, dass sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Sie will auf Operationen und Chemotherapie verzichten und die ihr verbleibende Zeit in Würde verbringen, was Edgar nicht verstehen will.
Auch abseits der Leinwand beschäftigt das Thema Sterben den Schauspieler: „Man sollte sich nicht erst nach einem Schicksalsschlag damit auseinandersetzen, sondern auch wenn es uns sehr gut geht“. Wenn man immer mitdenke, dass die Stunde irgendwann schlägt, könne man das Leben bewusster wahrnehmen.
Die Chemie muss stimmen
Im Film verhandelt er diesen Konflikt an der Seite von Corinna Harfouch, die ihrer Figur eine große emotionale Tiefe verleiht, während er selbst überzeugend den Comedian auf der Bühne gibt. Ochsenknecht und Harfouch – zwei schauspielerische Schwergewichte, die unterschiedlicher nicht sein können, und noch nie zuvor gemeinsam einen Film gemacht haben.
Beide hätten gleich gemerkt, dass die Chemie zwischen ihnen stimme und sie sich riechen könnten, sagt Ochsenknecht – eine wichtige Voraussetzung für den Film, in dem die beiden Figuren sich sehr nahe kommen. Ein gelungenes Casting für die Macher des Films, Oliver Ziegenbalg und Markus Goller. „Eine bessere Filmkollegin hätte ich mir nicht ausdenken können“, betont Ochsenknecht.