Schauspieler, Künstler, Leinwandikone

Robert Redford – Ein Leben für das Kino

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Von Autor/in Pia Masurczak

Robert Redford prägte über fünf Jahrzehnte die amerikanische Kinogeschichte, von „Jenseits von Afrika“ bis „Souls at Night“. „Er war der Sunnyboy, weich, schön, dabei nicht dumm – kein Hippie, eher ein Beachboy“, sagt SWR KULTUR Filmexperte Rüdiger Suchsland. Redford selbst sah sich nie nur als Leinwandikone. „Ich habe mich immer als Schauspieler gesehen, vielleicht sogar als Künstler“, sagte er einmal, „aber für andere war ich nur der Filmstar.“

Mainstream und Autorenkino

„Prägend war Redford als Schauspieler der unabhängigen Produktion, der Autorenfilme des New Hollywood.“ Zwar drehte er weniger Filme als andere Kollegen, doch die Auswahl war entscheidend. „Mit diesen wenigen wurde er schon unvergesslich und hat ein neues Männerbild geprägt.“

Robert Redford 1964 im Film „Hinter feindlichen Linien“
Seine ersten Auftritte als Schauspieler hat Robert Redford Anfang der 1960er-Jahre in Serienrollen, unter anderem in „Perry Mason“ und „Alfred Hitchcock presents“. Der Film „Hinter feindlichen Linien“ wird 1964 einer seiner ersten Kinoauftritte. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford 1966 an der Seite von Natalie Wood  in „Dieses Mädchen ist für alle“
In „Dieses Mädchen ist für alle“, einem Film nach Tennessee Williams, spielt Redford 1966 an der Seite von Natalie Wood. Mit diesem Film beginnt die kreative Zusammenarbeit zwischen dem Schauspieler und Regisseur Sydney Pollack. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford an der Seite von Jane Fonda im Film „Barfuß im Park“ von 1969.
Der Durchbruch gelingt Redford schließlich 1969 im Film „Barfuß im Park“ über ein ungleiches, frisch verheiratetes Paar. An der Seite von Jane Fonda spielte Robert Redford einen ambitionierten und äußerst korrekten Junganwalt. Bild in Detailansicht öffnen
Die Hollywood-Legende Robert Redford ist im Alter von 89 Jahren gestorben.
Mit der Westernkomödie „Zwei Banditen“ (besser bekannt als „Butch Cassidy und Sundance Kid“) etabliert sich Redford 1969 final als Leading Man in Hollywood. Er spielt neben Paul Newman die Rolle des Pferdediebs Harry Langabaugh, besser bekannt als Sundance Kid. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford ader Seite von Barbra Streisand  im Liebesfilm-Klassiker  „So wie wir waren“ (1973)
An der Seite von Barbra Streisand spielt Redford in „So wie wir waren“ (1973) einen Studenten aus gutem Hause, der sich in den Vorjahren des Zweiten Weltkriegs in eine jüdische Marxistin verliebt. Der Film wird zum Liebesfilm-Klassiker. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford als Trickbetrüger Hooker in George Roy Hills Film „Der Clou“ (1973)
1973 spielt Redford an der Seite von Paul Newman in George Roy Hills Film „Der Clou“. Für seine Rolle als Trickbetrüger Hooker wird Redford für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford und Dustin Hofman verkörpern die Journalisten im Film „Die Unbestechlichen“ (1976)  über die Watergate-Affäre von 1974
Die Watergate-Affäre, die 1974 von Carl Bernstein und Bob Woodward aufgedeckt wird, wird Thema des Films „Die Unbestechlichen“ (1976). Robert Redford und Dustin Hofman verkörpern die Journalisten im Film. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford im Politthriller „Die drei Tage des Condor” von 1975
Auch der Politthriller „Die drei Tage des Condor” wird 1975 zum großen Kinoerfolg. Im Film von Sydney Pollack spielt Redford einen CIA-Mitarbeiter, der eines Tages seine direkten Kollegen erschossen im Büro auffindet und versucht zu ermitteln. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford in Richard Attenboroughs Kriegsdrama „Die Brücke von Arnheim“
Nicht minder bedeutend: Richard Attenboroughs Kriegsdrama „Die Brücke von Arnheim“. An der Seite von Michael Caine, Sean Connery und Anthony Hopkins spielt Redford US-Mayor Julian Cook, der die namensgebende Brücke einnimmt. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford erhält den Oscar für „Eine ganz normale Familie“ (1981)
1980 gibt Robert Redford mit „Eine ganz normale Familie“ sein Debüt als Regisseur. Die Verfilmung des Romans „Ordinary People“ von Judith Guest wird zu einem Triumph für ihn: Er gewinnt vier Oscars, darunter für die beste Regie und den besten Film. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford und Meryl Streep in "Jenseits von Afrika"
Einmal mehr unter der Regie von Sydney Pollack spielt Redford 1985 im Kostümdrama „Jenseits von Afrika“. In der Biografie über die dänische Schriftstellerin Karen Blixen, gespielt von Meryl Streep, verkörpert Redford den Abenteurer Finch Hatton. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford und Demi Moore in "Ein unmoralisches Angebot"
Ab den 1980er-Jahren macht sich Redford als Schauspieler rarer. 1993 spielt er an der Seite von Demi Moore im Skandalfilm „Ein unmoralisches Angebot“ einen Milliardär, der einem Mann für eine Nacht mit seiner Ehefrau eine Millionen Dollar verspricht. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford und Pferd in "Der Pferdeflüsterer"
Zum Erfolg wird auch die Verfilmung von Nicholas Evans‘ Roman „Der Pferdeflüsterer“. Robert Redford spielt nicht nur die Hauptrolle des Pferdetrainers Tom Booker, er führt auch Regie. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford und Brad Pitt in "Spy Game"
An der Seite von Brad Pitt, der zu Beginn seiner Karriere als neuer Redford gefeiert wird, spielt Redford unter anderem im Thriller „Spy Game – Der finale Countdown“ als CIA-Agent, der über die gemeinsame Arbeit mit einem jungen Kollegen auspacken soll. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford und Meryl Streep in "Von Löwen und Lämmern"
2007 dreht Robert Redford das Kriegsdrama „Von Löwen und Lämmern“ über die Verbindungen zwischen einem College-Professor, einer Journalistin und einem republikanischen Senator in Bezug auf den Afghanistaneinsatz. An seiner Seite spielen Meryl Streep und Tom Cruise. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford in "All Is Lost"
Einer besonderen Herausforderung stellt sich Redford, bereits 77 Jahre alt, in „All Is Lost“ (2013). Der Film unter der Regie von J. C. Chandor spielt auf einem Segelboot, Redford ist der einzige Darsteller. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford in "Ein Gauner & Gentleman"
Eine seiner letzten großen Rollen spielt Redford 2018 im Film „Ein Gauner & Gentleman“ als Forrest Tucker, ein höflicher Bankräuber, dem 16 Gefängnisausbrüche gelungen sind und der aus Liebe zu einer Frau (Sissy Spacek) versucht, das Ganoventum aufzugeben. Bild in Detailansicht öffnen
Robert Redford erhält den César für sein Lebenswerk (2019)
In seiner sieben Jahrzehnte umspannenden Karriere ist Robert Redford mit zahlreichen Filmen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden, unter anderem mit einem Ehrenoscar und zuletzt 2019 mit dem César. Nun ist Redford am 16. September 2025 im Alter von 89 Jahren gestorben. Bild in Detailansicht öffnen

Politische Stoffe und Regiearbeiten

Viele seiner Rollen spiegelten die amerikanische Gesellschaft. „Richtig politisch fand ich ihn in seinen eigenen Filmen als Regisseur“, so Suchsland. Filme wie „Die drei Tage des Condors“ oder „The Company You Keep“ verbanden Unterhaltung mit Zeitgeschichte. „Da hat er gestanden für ein, vielleicht für das bessere Amerika, den amerikanischen Traum.“

Alterswerk und Selbstreflexion

Auch im Alter blieb Redford präsent, ohne sich zu wiederholen. „Es ist ihm gelungen, weil er authentisch war und weil er nicht zu viel gemacht hat“, sagt Suchsland. Besonders in „Souls at Night“ oder „Spy Game“ zeigte er Facetten des Altwerdens und eine Reflexion seiner eigenen Karriere.

Sundance und das Independent-Kino

Neben der Schauspielerei war Redford ein entscheidender Förderer junger Talente. „Dieses Sundance Festival ist in den 90er Jahren total wichtig gewesen“, betont Suchsland. Dort erhielten Regisseure wie Quentin Tarantino oder die Coen-Brüder ihre erste große Bühne.

Vermächtnis einer Legende

Redford starb nun im Alter von 89 Jahren. Sein Einfluss auf das amerikanische Kino reicht weit über die eigene Karriere hinaus. „Er hat Macht und Einfluss nicht für sich genutzt, sondern für die Jungen, für die Unbekannten“, fasst Suchsland zusammen. Damit bleibt Robert Redford als Künstler und Förderer unvergessen.

Gespräch Robert Redford – Ein Leben für das Kino

Robert Redford prägte über fünf Jahrzehnte die amerikanische Kinogeschichte, von „Jenseits von Afrika“ bis „Souls at Night“. „Er war der Sunnyboy, weich, schön, dabei nicht dumm – kein Hippie, eher ein Beachboy“, sagt SWR KULTUR Filmexperte Rüdiger Suchsland. Redford selbst sah sich nie nur als Leinwandikone. „Ich habe mich immer als Schauspieler gesehen, vielleicht sogar als Künstler“, sagte er einmal, „aber für andere war ich nur der Filmstar.“
Mainstream und Autorenkino
„Prägend war Redford als Schauspieler der unabhängigen Produktion, der Autorenfilme des New Hollywood.“ Zwar drehte er weniger Filme als andere Kollegen, doch die Auswahl war entscheidend. „Mit diesen wenigen wurde er schon unvergesslich und hat ein neues Männerbild geprägt.“
Politische Stoffe und Regiearbeiten
Viele seiner Rollen spiegelten die amerikanische Gesellschaft. „Richtig politisch fand ich ihn in seinen eigenen Filmen als Regisseur“, so Suchsland. Filme wie „Die drei Tage des Condors“ oder „The Company You Keep“ verbanden Unterhaltung mit Zeitgeschichte. „Da hat er gestanden für ein, vielleicht für das bessere Amerika, den amerikanischen Traum.“
Alterswerk und Selbstreflexion
Auch im Alter blieb Redford präsent, ohne sich zu wiederholen. „Es ist ihm gelungen, weil er authentisch war und weil er nicht zu viel gemacht hat“, sagt Suchsland. Besonders in „Souls at Night“ oder „Spy Game“ zeigte er Facetten des Altwerdens und eine Reflexion seiner eigenen Karriere.
Sundance und das Independent-Kino
Neben der Schauspielerei war Redford ein entscheidender Förderer junger Talente. „Dieses Sundance Festival ist in den 90er Jahren total wichtig gewesen“, betont Suchsland. Dort erhielten Regisseure wie Quentin Tarantino oder die Coen-Brüder ihre erste große Bühne.
Vermächtnis einer Legende
Redford starb nun im Alter von 89 Jahren. Sein Einfluss auf das amerikanische Kino reicht weit über die eigene Karriere hinaus. „Er hat Macht und Einfluss nicht für sich genutzt, sondern für die Jungen, für die Unbekannten“, fasst Suchsland zusammen. Damit bleibt Robert Redford als Künstler und Förderer unvergessen.

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