Miss Sophie ist pleite und will heiraten
Wie man sich vorstellen kann, war Miss Sophie nicht schon immer 90 Jahre alt. Mit Anfang 20 verliert sie ihre Eltern beim Untergang der Titanic und muss sich ein paar Jahre später der Realität stellen: Sie ist pleite.
Um sich, ihr Schloss und die Handvoll Bediensteten zu retten, will Sophie heiraten. Sie umgarnt ein paar schwerreiche Männer und lädt sie auf ihr Anwesen ein, um sich einer Art Wettbewerb um ihre Hand zu stellen. Wovon die erstmal gar nicht begeistert sind.
Weiterer Gast neben den bekannten Herren aus „Dinner for One“: ein ungarischer Graf
Dabei ist nicht nur der angeberische Amerikaner Sir Toby oder der liebenswert verschrobene Champagnerhersteller Mr Pommeroy, sondern auch ein Ungar, von dem man bisher noch nicht gehört hat: Graf Szabos.
In der Zwischenzeit ist zu Sophies Freude auch ihre Jugendliebe, der Butler James, ins Schloss zurückgekehrt. Es vergehen Mutproben, ein sogenanntes „Dreamdate“ mit allen zusammen beim Pferderennen von Ascot.
Bis Graf Szabos freiwillig aus dem Rennen ausscheidet - aus Angst, Miss Sophie könnte ihn tatsächlich glücklich machen und aus seiner ungarischen Schwermut herausholen. So kommt es zum ersten Mal zum gemeinsamen Dinner für fünf.
Unterhaltsamer Genremix aus romantischer Komödie und Krimi
Es ist nicht nur die bemerkenswerte Besetzung, die die Serie sehenswert macht. Dazu gehören Frederick Lau als verdruckster Immobilienhai Winterbottom, Kostja Ullmann als James oder Wotan Wilke Möhring als englischer König, der später auch noch eine wichtige Rolle spielt.
Die Serie persifliert auf originelle Weise nationale Klischees und entwickelt sich zu einem unterhaltsamen Genremix aus romantischer Komödie und Krimi.
Bei Mr. Pommeroy wird man künftig wohl an Moritz Bleibtreu denken
Denn am zweiten Tag liegt einer der Herren ermordet im Bett. Und auch wenn man anfangs vielleicht noch ein bisschen mit dem Format fremdelt: Wie Sophie und James gleichzeitig finanzielle Rettung und detektivische Aufklärung betreiben und wie die Geschichte bei aller Erwartbarkeit doch immer wieder überraschende Abzweigungen nimmt, das ist sehr charmant.
Die herzerfrischende Alicia von Rittberg hat als Miss Sophie wenig mit der gouvernantenhaften May Warden aus dem Sketch gemein. Tatsächlich liegt ein Tigerfell als Stolperfalle und Reminiszenz herum, ansonsten kann „Miss Sophie“ als eigenständige, sympathische Serie über Liebe und gesellschaftliche Konventionen bestehen.
Und bei Mr. Pommeroy wird man künftig wohl immer an Moritz Bleibtreu denken, seinen verliebten Pudel Jean-Louis und den champagnerseligen „Accent“, mit dem man gerne ins neue Jahr startet.
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