ARD Doku-Drama über den Stammheim-Prozess

„Im Grunde erzählen wir Macbeth“ – Niki Stein über „Stammheim – Zeit des Terrors“

In der JVA Stammheim wurde in den 1970er-Jahren mehreren Mitgliedern der Terrorgruppe RAF der Prozess gemacht. Zeitweise lebten bis zu neun von ihnen im Hochsicherheitstrakt der Anstalt. Das neue ARD-Doku-Drama „Stammheim – Zeit des Terrors“ wirft einen neuen Blick auf die Ereignisse von damals.

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Stand

Im Gespräch mit SWR Kultur berichtet Regisseur Niki Stein, dass die bis heute aufgetauchten Ton-Aufnahmen der Terroristen den Schauspielenden geholfen hätten, die Figuren authentischer darzustellen. Stein vergleicht die Dynamik der Terror-Gruppe mit den Charakteren aus Shakespeares Tragödie „Macbeth“

Zwei Menschen fordern einen Staat, ein Königreich heraus und verlangen von ihren Gefolgsleuten unbedingten Gehorsam. Und sobald da einer irgendwie schwankend wird, zwingt man ihn, sich selbst für die Sache zu opfern.

Stein spricht über die Herausforderung, die Figuren nicht mythisch zu überhöhen. „Ich hatte schon Angst. Aber die überwiegende Resonanz, die ich bisher bekommen hatte, war, dass man eher jetzt plötzlich erst sieht, was das eigentlich für Menschen waren. In aller Brutalität und Niedertracht, aber auch Menschlichkeit.“

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SWR2 Zeitwort SWR2

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Philine Sauvageot
Philine Sauvageot, Team SWR Kultur
Interview mit
Niki Stein