Schlaflose Nächte und späte Entscheidungen

Journalist Denis Trubetskoy über 1.000 Tage Krieg Russlands gegen die Ukraine

1.000 Tage, so lange dauert der Krieg in der Ukraine. Gerade hat Russland wieder mehrere Städte massiv angegriffen. Stromnetze, Wasserversorgung und Kraftwerke sind getroffen. Der Strom wird immer wieder gezielt abgeschaltet, um die wenige verfügbare Energie zu sparen.

Teilen

Stand

Auch in Kiew. Dort lebt der Journalist Denis Trubetskoy. Seit Kriegsbeginn reden wir immer wieder mit ihm über die Lage vor Ort.

Die aktuelle Lage in Kiew und in der Ukraine

SWR1: Wie ist die Lage heute früh?

Denis Trubetskoy: Ich bin jetzt gerade ohne Strom und mit mobilem Internet verbunden. Das ist die Alltagssituation, nachdem Russland in der Nacht auf den Sonntag die Ukraine massiv angegriffen hat.

Die Ukrainer haben natürlich erwartet, dass dieser Winter jetzt langsam beginnt, es sehr kompliziert und schwer sein wird und dass es Stromausfälle geben wird. Insgesamt muss man schon sagen, dass die letzten zwei Monate mit den Drohnenangriffen, quasi jede Nacht und ohne Schlaf, ziemlich extrem gewesen sind. Das auf Dauer auszuhalten, ist natürlich nicht einfach.

Baden-Württemberg

Über 200.000 Geflüchtete nach BW gekommen 1.000 Tage Krieg in der Ukraine: "Hilfsbereitschaft hat extrem abgenommen"

Seit 1.000 Tagen herrscht Krieg in der Ukraine. Rund 207.000 Geflüchtete fanden Schutz in Baden-Württemberg. Die anfängliche Hilfsbereitschaft war enorm, hat aber stark abgenommen.

Guten Morgen Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Freigabe für Mittel- und Langstreckenwaffen gegen Ziele in Russland

SWR1: US-Präsident Joe Biden hat der Ukraine den Einsatz von US-Waffen mit längerer Reichweite erlaubt. Die Ukraine kann damit also auch Ziele tief im russischen Staatsgebiet treffen. Was halten Sie davon, was denken Ukrainer?

Trubetskoy: Es ist nie zu spät, eine richtige Entscheidung zu treffen. Aber natürlich hätten wir uns das definitiv früher gewünscht. Und dafür gibt es auch ehrlicherweise einen Grund: Das ukrainische Hinterland wird seit Tag eins dieses Krieges bis tief in den Westen von Russland von russischem Territorium aus angegriffen.

Es ist nie zu spät, eine richtige Entscheidung zu treffen.

Es ist eine schizophrene Logik des Krieges, wenn Russland das machen darf und die Ukraine das Gleiche nicht. Wenn die Ukraine nicht die Infrastruktur angreifen darf, die dafür genutzt wird, um die ukrainische Infrastruktur zu zerstören.

Zögerliche Haltung zum Krieg ist in der Ukraine schwer nachzuvollziehen

SWR1: Können Sie dennoch das Zögern der USA und von Deutschland nachvollziehen? Bundeskanzler Olaf Scholz hat nochmal betont, er möchte das nicht. Er wird sich in die Richtung nicht bewegen, aus Angst, da mit reingezogen zu werden.

Trubetskoy: Ich kann das aus ukrainischer Perspektive kaum nachvollziehen. Aber ich muss trotzdem sagen, dass die USA und Deutschland in erster Linie über die eigenen Sicherheitsinteressen nachdenken. Und nicht über die Sicherheitsinteressen der Ukraine. Trotzdem ist es aus der Perspektive eines Ukrainers sehr schwierig nachzuvollziehen, warum Russland die Ukraine seit Tag eins beschießen darf und die Ukraine darauf nicht antworten darf.

Journalist Denis Trubetskoy zum EU-Beitritt der Ukraine "Die Ukraine hat durch diesen Krieg [...] eine unglaubliche Möglichkeit bekommen, etwas ganz Neues aufzubauen."

In Brüssel verhandelt die EU über den Beitritt von Moldau und der Ukraine. Beide Länder hatten die Aufnahme in die EU nach dem Angriff von Russland auf die Ukraine beantragt.

Guten Morgen RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Endspurt für Spargelfreunde So lief die Saison für Spargelbauer Sven Schmitt

Ende Juni endet offiziell die Spargelsaison. Bevor alle wieder davon überrascht werden, reden wir darüber mit Sven Schmitt, der Spargel anbaut.

SWR1 Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

SWR1 Blaulichtwoche Dinge, die ihr über Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und THW nicht wusstet

Es gibt sicher Dinge bei Polizei, THW, Feuerwehr und Rettungsdienst, die ihr nicht wusstet, von denen ihr keine Ahnung hattet. Unsere Kollegin Sandra Karch hat sich informiert.

Guten Morgen Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

Saulheim

Weinbau in der Krise Winzer Henning Harth: Wir werden Rheinhessen nicht wiedererkennen!

Die Krise im rheinland-pfälzischen Weinbau wird die Kulturlandschaft Rheinhessen nachhaltig verändern, sagt Winzer Henning Harth aus Saulheim.

Guten Morgen Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Claudia Deeg
Claudia Deeg
Interview mit
Denis Trubetskoy
Onlinefassung
SWR1