Gespräch mit Staatsrätin Barbara Bosch

„Wir hören wirklich in die Breite der Bevölkerung hinein“ – 15 Jahre „Politik des Gehörtwerdens“ in Baden-Württemberg

Die Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 waren der Startpunkt für eine „Politik des Gehörtwerdens“. Diese hat 2011 Winfried Kretschmann nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten ausgerufen. 15 Jahre ist das nun her. Wie erfolgreich ist diese Idee?

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Stand

Konkret Einflussnehmen als Bürger:in

Seit 2021 ist Barbara Bosch Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg. Zum Ende ihrer Amtszeit zieht sie Bilanz: „Zugehört – 15 Jahre Politik des Gehörtwerdens“ heißt ihre Publikation.

In SWR Kultur sagt die Staatsrätin, dank Bürgerbeteiligung könnten Bürger:innen ganz konkret Einfluss nehmen auf Vorhaben und Projekte, „ob es nun die Entwicklung einer Ortsmitte ist bis hin zu Gesetzesvorhaben, wie zum Beispiel zur Dauer des Gymnasiums oder Landesnichtraucherschutzgesetz.“

Stille Mitte erreichen

Ganz wichtig sei ihr, dass alle Milieus erreicht und dazu animiert werden, sich zu engagieren. Das gelinge durch die Auswahl von Zufallsbürger:innen.

Das sei auch der große Verteil der dialogischen Bürgerbeteiligung: „Dass man den Lobbygruppen, die lautstark und sehr vernehmlich auch über Social Media ihre Standpunkte vertreten und damit auch Einfluss nehmen, dass wir diesen die sogenannte stille Mitte an die Seite stellen mit ihrer ganzen Breite der Auffassungen.“

Wichtig sei bei der Bürgerbeteiligung, dass die Fragestellung konkret ist. Mit einer konkreten Frage könne man versachlichen und gut diskutieren, so die Beobachtung der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Kristine Harthauer
Kristine Harthauer, SWR Kultur Autorin und Moderatorin
Interview mit
Barbara Bosch