Fortschritte bei sauberer Luft und Kohleausstieg
Die Lage im Umweltschutz ist deutlich weniger düster, als sie oft wahrgenommen wird. So lässt sich eine zentrale These des Autors und Wirtschaftswissenschaftlers David Nelles aus seinem neuem Buch „Politikzirkus“ zusammenfassen.
Im Interview in SWR Kultur betont er: „Unsere Luft wird immer sauberer. Seit 2015 atmen wir ein Drittel weniger Feinstaub ein.“ Auch beim Kohleausstieg gebe es Fortschritte: Länder wie Belgien, Österreich, Spanien, Großbritannien und Irland hätten ihn bereits umgesetzt.
Selbst politische Widerstände bremsen den Wandel kaum
Als weitere positive Entwicklung nennt Nelles den starken Preisrückgang bei erneuerbaren Energien: „Die Kosten für Photovoltaik sind in den letzten zehn Jahren um 90 Prozent gesunken.“ Klimaschutz sei inzwischen auch wirtschaftlich attraktiv. Selbst in den USA hätten günstige erneuerbare Energien die Kohle weitgehend verdrängt – trotz politischer Gegenwehr.
Gleichzeitig verweist Nelles auf bestehende Herausforderungen: „Die Biodiversität nimmt weltweit weiterhin stark ab. Hier stehen wir vor großen Aufgaben.“
Langsame Veränderungen werden weniger wahrgenommen
Trotz Krisen und Katastrophen lohne es sich, auch die positiven Entwicklungen wahrzunehmen. „Unser Gehirn reagiert stärker auf plötzliche negative Ereignisse“, erklärt Nelles. Langsame, positive Veränderungen würden dagegen oft kaum wahrgenommen oder sogar ignoriert.