Schlanganger ist ein schlichter Kartoffelauflauf - aber eine regionaltypische Köstlichkeit aus der Ostalb und fixer Bestandteil der dortigen Esskultur. Der Clou ist die äußerst gesunde resistente Stärke, die durch das Abkühlen der am Vortag gekochten Kartoffeln entsteht. Heute ist das Rezept fast vergessen - Thomas Vilgis hat es für SWR Kultur wiederentdeckt.
Rezept: Schlanganger – eine schwäbische Tradition
Zutaten:
500 g Kartoffeln (mehlig kochend)
80-120 g Weizenmehl zum Anpassen der Konsistenz (oder Weizendunst / Spätzledunst)
2 Eier
1 Teelöffel Salz
1 gute Prise Pfeffer
1 gute Prise Muskatnuss
200 ml Sahne
Vollfettmilch zum Anpassen
Butter für die Auflaufform
Zubereitung:
Kartoffeln am Vortag in der Schale kochen und über Nacht auskühlen lassen.
Anderntags die Kartoffeln schälen, durch die Spätzle-Maschine drücken und mit den Eiern zu einem Teig kneten. Dabei immer so viel von dem Mehl zugeben, bis ein glatter, nicht an den Händen klebender Teig entsteht.
Während des Knetens Salz, Pfeffer und Muskat untermengen.
Eine Auflaufform gut mit der Butter einfetten.
Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Währenddessen den Teig zu etwa fingerdicken Rollen (Schlangen) rollen, die genau in die Form passen.
Die erste Lage längs, die nächste Lage um 90° gedreht darüber, so dass ein Gitter entsteht.
Jetzt die Sahne darüber gießen und ggf. noch mit Milch übergießen, so dass die oberste Lage gerade bedeckt ist.
Wer möchte kann noch Butterflocken obenauf legen.
Den Auflauf im Ofen etwa 40 bis 45 Minuten backen, bis keine Flüssigkeit mehr übersteht und sich eine helle Kruste gebildet hat.
Aus dem Ofen herausnehmen und in Stücke schneiden.
Zum Kartoffelauflauf Schlanganger gab es bei Thomas Vilgis in der Heimat zumeist Sauerkraut und Kassler, oder einfach einen „grünen Salat“. Tatsächlich passt das Gericht fast zu allem: zu Gemüseragout, deftigem Gulasch, Bohneneintopf etc.