„Memories Of Home“ ist ihr erstes gemeinsames Album, auf dem die beiden die musikalische Sozialisation der 1960er Jahre hörbar aufleben lassen. Egal in welchem Genre sich John Scofield und Dave Holland bewegen - sie verstehen es stets mit Leben zu füllen. Es macht große Freude, dieser Unterhaltung zweier Altmeister beizuwohnen - meint unser Jazzkritiker Niklas Wandt.
„Mine Are Blues“ aus dem Album „Memories Of Home“ von John Scofield und Dave Holland
Album-Tipp Jazz Changing Perspectives – Rebecca Trescher lässt im Quartett mehr Raum
Die Klarinettistin und Komponistin ist es gewohnt, Ensembles zu leiten. Für die neue, kleinste Besetzung ihrer Formationen hat sie sich drei besonders vertraute Personen ins Studio geholt: musikalisch und persönlich. Das Quartett ermöglicht eine größere Flexibiliät der einzelnen Musiker und lässt ungewohnt viel Raum für Unvorhergesehenes. Fast kammermusikalisch wirken manche Stellen, dann wirkt die Band fast wie ein Sinfonieorchester. Das kommt Rebecca Trescher sehr entgegen, denn sie liebt klassische Musik. Unsere Musikredakteurin, Fanny Opitz, empfiehlt das Album uneingeschränkt und verspricht ein ganz neues Hörerlebnis im musikalischen Universum der Rebecca Trescher.
Album-Tipp Jazz „Songbook“ – Kenny Barron
Als Begleitmusiker hat der Pianist Kenny Barron über viele Jahrzehnte den Jazz geprägt. Von seinem unverwechselbaren, einfühlsamen Spiel ließen sich Musiker wie Roy Haynes, Lee Morgan oder Dizzy Gillespie inspirieren. Doch nicht nur als Begleiter, sondern auch als Solist und Bandleader hat sich der heute 82-jährige US-amerikanische Jazz-Pianist und Komponist einen Namen gemacht. Für sein jüngstes Album „Songbook“ hat er prominente Sängerinnen und Sänger gebeten, Stücke für ihn und sein Trio zu interpretieren. Dieser Bitte ist auch Janice Jarrett nachgekommen, die seit über vierzig Jahren für Barrons Stücke Texte schreibt – wovon er zunächst gar nichts wusste. Herausgekommen ist ein sehr persönliches Album, über dessen Hintergründe Niklas Wandt mit Kenny Barron gesprochen hat.
Album-Tipp Jazz Kopfarbeit und Können am Klavier – „Frigo“ von Justin Zitt
Mit seinen erst 23 Jahren zeigt der gebürtige Pforzheimer Pianist eine erstaunliche Gelassenheit im Umgang mit klanglich komplexen Kompositionen. Justin Zitts Debut-CD „Frigo“ ist keine leichte Kost für Nebenbei-Hörer, meint Jazzexperte Georg Waßmuth, der zugleich von der unverwechselbaren, besonderen Handschrift des Trios begeistert ist. Die Besetzung – Julius Steyer am Schlagzeug und Julian Grünberg am Kontrabass – spielt seit drei Jahren im Trio „Frigo“ zusammen. Pianist Justin Zitt wurde bereits als Jugendlicher vom Land Baden-Württemberg gefördert und hat seinen Bachelor an der Musikhochschule Mannheim gemacht. Mit „Frigo“ legt er ein klangfarben- und facettenreiches Album vor, das durch eine perfekte Zusammenarbeit der drei Musiker besticht.