Im Gespräch mit SWR Kultur argumentiert der Präsident der Kammer, Markus Müller, beim Bauen müsse der sogenannte Bestand mehr in den Blick genommen werden. Müller wörtlich: „Da wollen wir zeigen, wieviel Positives es da schon gibt.“
Es braucht ein Zusammenspiel
Als Beispiel nennt Müller ein ehemals von der Kirche genutztes Gebäude in Stuttgart-Birkach, das in ein inklusives Wohnquartier verwandelt wurde. Für bereits genutzte Flächen betont Müller: „Im Bestand ist das Zusammenspiel von Investoren und den Kommunen besonders wichtig.“
Brachflächen wahren das Gesicht der Stadt
Das Potenzial von Leerstand in Kommunen sieht Müller darin, dass es so möglich sei, die wachsende Bevölkerung in Baden-Württemberg unterzubringen: „Wir reden ja häufig davon, dass Städte ihr Gesicht verlieren. Brachflächen zeigen, dass gemischte Quartiere entstehen können – anders als auf der grünen Wiese.“
Markus Müller ist seit 2014 Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg. Er ist Vorsitzender des Gestaltungsbeirates der Stadt Karlsruhe und Jurymitgliedern in zahlreichen Wettbewerbsverfahren.
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