Angst als Dauerthema
Weihnachten gilt als Fest der Nähe, doch für viele Menschen ist es eine Zeit der Einsamkeit, der Angst und des inneren Drucks. In SWR Kultur am Morgen berichtet Claudia Orthlauf-Blooß von der Telefonseelsorge Mainz Wiesbaden, dass gerade an den Feiertagen besonders viele Anrufe eingehen. „Einsamkeit heißt nicht nur, allein zu sein. Man kann sich auch mitten in der Familie einsam fühlen“, sagt sie.
Neben Einsamkeit spielt Angst eine immer größere Rolle. „Spätestens seit Corona ist Angst ganz oben“, erklärt Orthlauf-Blooß. Hinzu kommen Sorgen über Krieg, politische Unsicherheit und eine Welt, die vielen Menschen unübersichtlich geworden ist.
Besonders Menschen, die ohnehin belastet sind, erleben diese Krisen als zusätzliche Überforderung. Die Anrufe spiegeln damit nicht nur persönliche Not, sondern auch gesellschaftliche Spannungen.
Zuhören statt Ratschläge geben
Was hilft in solchen Momenten? Für Orthlauf-Blooß ist die Antwort klar: „Zuhören ist ganz viel. Das ist schon ein Riesenschritt.“ Oft brauche es keine Lösungen, sondern jemanden, der wirklich da ist.
Für die Feiertage rät sie, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und den Tagen eine sanfte Struktur zu geben, etwa durch Spaziergänge, Musik oder einen Gottesdienst. Kleine Entscheidungen könnten helfen, sich weniger verloren zu fühlen.
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