Nocun schreibt regelmäßig über die AfD und sagt: „Falls Boris Palmer darauf abzielen wollte, dass er bundesweit wieder medial mehr wahrgenommen wird, ist die Rechnung für ihn definitiv aufgegangen.“
Das Problem sei jedoch „dass nicht nur Boris Palmer sich damit eine Bühne geschaffen hat, sondern er stellt aus meiner Sicht ohne Not eine sehr große mediale Bühne auch für die AfD bereit, mit einer viel größeren Reichweite, als das beispielsweise eine lokale Demo gemacht hätte.“
Frohnmaier gibt sich gerne weniger radikal als er ist
Frohnmaier hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach offen rechtsextrem und rassistisch geäußert. Für das Gespräch mit Palmer erwartet Nocun jedoch eher andere Töne des AfDlers:
„In öffentlichen Runden gibt man sich gerne gutbürgerlich und wenig radikal, auch in der Sprache. Das sieht auf Marktplätzen und bei Demos allerdings, bei den exakt selben Personen, ganz anders aus.“ Ähnlich würde es sich bei medialen Kanälen der Partei verhalten.
Die AfD wird viel mehr beachtet als Palmer behauptet
Im Gegensatz zu Palmer, der von einer gescheiterten „Nichtbeachtung der Partei“ spricht, sieht Nocun die Partei klar medial repräsentiert:
„Es gibt regelmäßig große Talk-Formate wo AfD-Politikerinnen und Politiker zu Gast sind. Auch in den Tagesthemen sieht man sie regelmäßig. Und außerdem reden wir hier von einer Partei, die sich sehr große eigene Bühnen geschaffen hat, mit rechtsoffenen, rechtsextremen Medien, eigenen Social-Media-Kanälen. Also, die Reichweite hat diese Partei.“
Gesellschaft muss klare rote Linien definieren
Weiter hält sie es für fraglich, „ob das der richtige Weg ist, für demokratische Parteien mit dieser Partei umzugehen.“ Stattdessen müsse die Gesellschaft, für einen gesunden politischen Diskurs, rote Linien definieren:
„Jemanden ganz normal per Handschlag oder anders, in einem, ja, normalen politischen Format zu begrüßen, als wenn nichts wäre, das halte ich für inkonsequent an der Stelle.“
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