Gespräch

Die Arktis in der Kunst: Zwischen romantischem Mythos und postkolonialen Spuren

Grönland war bis vor kurzem selten in den Schlagzeilen. Dies hat sich durch Donald Trumps Anspruch auf die Insel, die rechtlich zum Königreich Dänemark gehört, geändert. Die größte Insel der Welt ist im Nordatlantik und der Arktis gelegen.

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Veraltete Vorstellung von der Arktis als eine endlose unberührte Fläche

Über die Arktis gebe es eine Form der Imaginationskultur, die sehr stark homogenisiere, sagt Anne Hemkendreis, Kunsthistorikerin und Performing Artist, die sich schwerpunktmäßig mit der Arktis beschäftigt.

Diese Imaginationskultur stamme aus dem 19. Jahrhundert, „also sozusagen der Zeit der Poleroberung, gerade auch des Nordpols“, so Hemkendreis in SWR Kultur. „Dementsprechend haben wir eine Vorstellung von der Arktis, die auch über Bilder kommuniziert und verbreitet wurde, als eine erhabene, endlose, unberührte weite Fläche. Demgegenüber steht aber eben auch die Arktis als eine bewohnte Zone.“

Der Blick der Eroberer im Fokus

Deren indigene Bewohnerinnen, wie die verstorbene grönländisch-dänische Performancekünstlerin Pia Ârĸê, stellen der veralteten Vorstellung etwas entgegen. In „Arctic Hysteria“ setze die Künstlerin verschiedene Buchfotografien nebeneinander, so Hemkendreis.

Beispielsweise aus einem Reisebericht des US-amerikanischen Nordpoleroberers Robert Edwin Peary: „Was die Künstlerin da thematisiert, ist letztlich sozusagen dieser Blick der Eroberer, der besitzergreifend ist, der sich eben nicht nur auf das Land bezieht, sondern auch auf die Bewohner*innen. Ein Blick, der sehr stark naturalisiert, und auch die Gewalt, die in diesem Blick liegt.“

Eine Region, die von Imperialismus und kolonialer Gewalt betroffen ist

Künstlerische Auseinandersetzungen wie die von Ârĸê könnten laut Hemkendreis dahingehend wirken, „dass wir die Arktis weniger als eine leere Bühne wahrnehmen für männliche Eroberungstaten und sie vielmehr sehen als eine Region, die ganz stark betroffen ist von Extraktivismus, von Imperialismus oder eben auch von kolonialer Gewalt“, sagt Anne Hemkendreis.

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Erstmals publiziert am
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Das Gespräch führte
Doris Maull
Doris Maull
Gespräch mit
Anne Hemkendreis