Ausstellung von Biennale-Künstler

Ästhetischer Genuss – Kunst von Joël Andrianomearisoa im Ludwig Museum Koblenz

Die Ausstellung „Tools of emotions and desires“ zeigt Werke von Joël Andrianomearisoa aus Madagaskar und Paris. Der Künstler sucht danach, Emotionen und Wünschen eine Gestalt zu geben.

Teilen

Stand

Von Autor/in Natali Kurth

Arbeiten mit Metall, Wolle, Spiegelglas oder Plastik

Joël Andrianomearisoa ist studierter Architekt. In seiner Kunst geht es immer darum, Emotionen und Wünschen eine Gestalt zu geben. Dabei arbeitet er mit einfachen Materialien wie Metall, Wolle, Spiegelglas oder Plastik.

Große Mengen schwarze dicke Wollfäden hängen wie zufällig drapiert über einer schlichten, ebenfalls schwarzen Metallkonstruktion, die an einen eleganten Handtuchständer erinnert. „Archive of sentimental territority“ nennt der Künstler Joël Andrianomearisoa seine Arbeit von 2024, die den Besucher in der Ausstellung empfängt.

„Tools of Emotions and Desires” ist der Titel der Werkschau, die auf zwei Etagen einen umfassenden Einblick in das Universum des Künstlers gibt.

Joël Andrianomearisoa
Die Wandinstallation scheint unendlich weiterzugehen. Die einzelnen Rechtecke bestehen aus miteinander verbundenen Stoffbahnen. Pressestelle Courtesy of the artist and Almine Rech Gallery, Nicolas Brasseur

Dialog von Architektur, Design und Kunst

Joël Andrianomearisoa studierte Architektur, Design und Kunst. Für ihn stehen alle drei Disziplinen immer im Dialog und sind Elemente auf Augenhöhe.

In der Architektur finde man alles wieder, so Joël Andrianomearisoa: Plätze, Räume, Gesellschaft und Geschichte, Personen. Ihm gefalle „die Beziehung zwischen Architektur und allem sehr gut“, sagt der Künstler.

Die Architektur ist für mich die Basis des Lebens. Weil es ohne Architektur nichts gibt, das existiert.

Die Räume im Ludwig Museum bespielt der Künstler mit großformatigen Installationen und kleineren skulpturalen Bildwerken. Eine tiefschwarze, mehrere Meter lange Wandinstallation aus aufeinanderfolgenden Rechtecken füllt eine ganze Wand.

Joël Andrianomearisoa
Joël Andrianomearisoas bespielt die Räume des Museum Ludwig mit großformatigen Wandinstallationen. Pressestelle Courtesy of the artist and Almine Rech Gallery, Nicolas Brasseur

Emotionen eine Form geben

Die Arbeit steht für Passion, für Leidenschaft, sagt Joël Andrianomearisoa, die wenn einmal entbrannt, nie aufhört: „Man entdeckt in meiner Kunst sehr einfaches, ursprüngliches Material. Es gibt Wolle, Metall, Spiegelglas, Stoff, Holz oder Papier. Und Emotionen sind dazu da, um zu existieren.Das Material ist dazu da, den Emotionen eine Form zu geben.“

Aus schwarzen kleinen Partikeln setzen sich kleine und größere Flächen zusammen. Die Partikel bewegen sich, wenn man daran vorbeigeht, rascheln etwas. Der Gang durch die Ausstellung ist ein sinnliches Erlebnis.

Raffia – Palmenfasern aus Madagaskar

Nicht alle Arbeiten sind schwarz. Für die Emotionen, die Wünsche darstellen sollen, verwendet Joël Andrianomearisoa ein ursprüngliches Material, das aus seinem Heimatland Madagaskar stammt. Es heißt Raffia und dessen helle Fasern werden aus einer Palmenart gewonnen.

Jeder kennt Raffia von Blumenübertöpfen. Raffia hat einen ganz natürlichen Duft, der an Heu erinnert. Der Künstler arbeitet gerne mit Handwerkern zusammen, die ihm aus Raffia nach seinen Vorgaben Teppiche knüpfen oder faszinierende Blumen gestalten, die dreidimensional aus den Bildflächen heraustreten. 

Die Ausstellung im Ludwig Museum in Koblenz zeigt, wie Emotionen und Wünsche Gestalt annehmen können. Joël Andrianomearisoas Kunst zu sehen, ist ein sinnlich raffinierter und ästhetischer Genuss.

Rolandseck

Wenn Künstler ihre Seelen offenlegen „Seelenlandschaften“ – Meisterwerke vom Impressionismus bis zum Fauvismus in Rolandseck

Die Ausstellung „Seelenlandschaften“ im Bahnhof Rolandseck zeigt ein Panorama herausragender belgischen und französischen Kunst vom Impressionismus bis zur Klassischen Moderne.

SWR Kultur am Mittag SWR Kultur

Mannheim

Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Ein ungeschönter Blick auf Namibia – Fotografien von Margaret Courtney-Clarke

Die international renommierte Fotografin bildet Menschen in ihrer Heimat ab, die durch Dürre, Korruption und Machtmissbrauch gezeichnet sind. Die Ausstellung „Geographies of Drought“ zeigt ihre Fotos.

SWR Kultur am Mittag SWR Kultur

Rolandseck

Wenn Künstler ihre Seelen offenlegen „Seelenlandschaften“ – Meisterwerke vom Impressionismus bis zum Fauvismus in Rolandseck

Die Ausstellung „Seelenlandschaften“ im Bahnhof Rolandseck zeigt ein Panorama herausragender belgischen und französischen Kunst vom Impressionismus bis zur Klassischen Moderne.

SWR Kultur am Mittag SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Natali Kurth
SWR Autorin Natali Kurth