Worauf wir uns im neuen Jahr freuen

Frühjahr 2026: Das sind die Kultur-Highlights im Südwesten

Das Wetter mag grau sein, aber das Programm ist es nicht: Auf diese Kultur-Events können sich Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den ersten Monaten 2026 freuen.

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Stand

Von Autor/in Ines Kunze

KI oder Fake? Die Kunstszene reagiert

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck im Remagener Ortsteil Rolandseck
Wie hat sich unsere Vorstellung von Wirklichkeit im Laufe der Jahrhunderte verändert? Eine neue Ausstellung im Arp Museum will das im Frühjahr ergründen.

Was ist echt, was ist KI? Wenn das vergangene Jahr eins gezeigt hat, dann, dass Wirklichkeit immer schwerer zu greifen geworden ist. Doch wie war das eigentlich in den vergangenen Jahrhunderten?

Der Frage geht eine Ausstellung im Arp-Museum Rolandseck nach: „Wirklich?! Kunst und Realität 1400 bis 1900“ zeigt ab dem 29. März, wie sich unsere Vorstellung von Wirklichkeit im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

Das Museum Frieder Burda ist ein Kunstmuseum in Baden-Baden nach einem Entwurf des Architekten Richard Meier.
Das Frieder Burda-Museum in Baden-Baden wird der Frage nachgehen, wie Fotorealismus versucht, Wirklichkeitswelten zu erzeugen.

Eine ähnliche Richtung schlägt das Frieder-Burda-Museum in Baden-Baden ein: Gezeigt wird ab Ende Februar „Wettstreit mit der Wirklichkeit: 60 Jahre Fotorealismus“.

Die Ausstellung beleuchtet die Versuche des amerikanischen Fotorealismus, dem Medium der Fotografie Konkurrenz zu machen. Die Vertreter dieser Strömung, unter ihnen Richard Estes, Audrey Flack, Ralph Goings und Ron Kleemann, faszinierten schon damals mit täuschend echten Illusionen.

Alex Katz in der Tübinger Kunsthalle

Mitarbeitende von Christie's in London mit dem Gemälde "Kym 2, 1989-90" von Axel Katz
Axel Katz gehört zu den gefragtesten Künstlern der Gegenwart. Hier das Bild "Kym 2, 1989-90", das im Oktober bei Christie's in London angeboten wurde.

Prominent US-amerikanisch wird es 2026 auch in der Kunsthalle Tübingen: Der New Yorker Künstler Alex Katz stellt hier seine Werke in „Dancing with Reality“ ab dem 28. März zur Schau.

Katz gilt als einer der größten Vertreter der US-amerikanischen Gegenwartskunst. Seine minimalistisch-knalligen Darstellungen von Partys, Frauen mit großen Hüten und anderen Szenen der amerikanischen Gesellschaft machten ihn in den 1970er-Jahren weltberühmt.

Kunstmessen von international bis regional

Besucher betrachtet Gorilla-Statue. Art Karlsruhe 2020.
Der größte Kunstmarkt im Südwesten: Im Februar öffnet die Art Karlsruhe wieder ihre Pforten.

Kunst, so weit das Auge reicht und eine internationale Auslese dessen, was den Kunstmarkt aktuell bewegt: Das zeigt die ART Karlsruhe auch 2026.

Rund ein Drittel der ausstellenden Galerien kommen 2026 aus dem Ausland. Neu dabei sind etwa die Chase Young Gallery aus Boston sowie die Maryam Fasihi Harandi Gallery aus Teheran mit iranischer Gegenwartskunst – vom 5. bis 8. Februar auf dem Gelände der Messe Karlsruhe.

Skulptur im Palastgarten des Kurfürstlichen Palais. Altstadt von Trier, Rheinland
Klassische Kunstwerke gibt es in Trier en masse. Nun kommt mit der Triennale auch die moderne Kunst an die Mosel.

In Rheinland-Pfalz feiert die Kunstwelt ab dem 24. April eine Premiere: Ab 2026 findet dort in dreijährigem Turnus eine neue Landeskunstschau statt: die Rheinland-Pfalz Triennale.

Nachdem ihre Vorgängerin, die „Flux4Art“ sich bereits als eine der wichtigsten Bühnen für die rheinland-pfälzische Kunstszene etabliert hatte, finden Künstler und Künstlerinnen mit regionalem Bezug mit der Triennale 2026 in Trier eine neue Plattform.  

Musikalisch von Klassikern zu Unerhörtem

Musikalisch werden im Südwesten auch 2026 wieder neue Wege beschritten. Das ECLAT-Festival in Stuttgart setzt seit mittlerweile über 40 Jahren Impulse in Sachen Neue Musik. Dabei bauen die Veranstalter nach eigener Aussage auf eine große Offenheit gegenüber allen Strömungen der Neuen Musik, Risikofreude und die Lust am Unerwarteten.

Auch 2026 dürfte das Programm unter dem Arbeitstitel „Hear it Coming“ spannende Entdeckungen bereithalten. Mit dabei sind unter anderem das SWR Symphonieorchester und das SWR Vokalensemble.

Orchester des Konzerthaus Berlin, Dirigentin Joana Mallwitz
Ein Shootingstar der Klassik-Szene: Dirigentin Joana Mallwitz leitet seit 2023 das Konzerthausorchester Berlin.

Weniger revolutionär, dafür umso hochkarätiger besetzt locken die Osterfestspiele Baden-Baden. Auf dem Programm stehen etwa Wagners „Lohengrin“, Bachs Matthäus-Passion und Brittens „War Requiem“.

Interpretiert werden die Meisterwerke von allerlei Klassik-Prominenz, die vom 28. März bis 6. April nach Baden-Baden kommt: darunter etwa Dirgentin Joana Mallwitz oder die Pianistin Hélène Grimaud.

Stars und solche, die es noch werden wollen

Preisträger und Pianist Igor Levit - Festakt zur Kaiser-Otto-Preisverleihung der Landeshauptstadt Magdeburg 2025
Starpianist Igor Levit kehrt im März nach Heidelberg zurück.

„Zurück nach vorn“ geht es in Heidelberg ab dem 14. März. Nach der Sanierung der Stadthalle Heidelberg zieht der Heidelberger Frühling wieder in die alten Wände zurück. Das Musikfestival feiert diese Rückkehr etwa mit dem Starpianisten Igor Levit, der Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 interpretiert.

Jugendstil-Festhalle oder Ludowici-Festhalle, bedeutender Jugendstilbau, Landau
Hier kommen die jungen Stars der Opernszene zusammen: die Jugendstil-Festhalle im pfälzischen Landau

Hörgenuss für die einen, knallharte Konkurrenz für die anderen: Der Wettbewerb SWR Junge Opernstars 2026 in Landau vereint beides in einem Event. Das Publikum entscheidet, wer von sechs antretenden Nachwuchs-Sängern und -Sängerinnen der nächste „SWR Opernstar“ wird.

Auf dem Programm steht ein Best-Of der Oper mit Arien von Händel über Mozart bis Rossini.

Alt und neu in einem: Viele Uraufführungen geplant

Staatstheater Mainz
Hier wird Theater-Geschichte geschrieben: Das Staatstheater Mainz wird 2026 Schauplatz mehrerer Uraufführungen.

Ihr Mann schrieb das Libretto, die Tochter wurde mit dem autobiografischen Roman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ berühmt: Die Familie der Komponistin Julia Kerr ist kein unbeschriebenes Blatt. Ihre Oper „Der Chronoplan“ wird nun mehr als 60 Jahre nach ihrem Tod am Staatstheater Mainz uraufgeführt.

Eine wilde Reise durch den Zeitgeist Berlins in den 1920er-Jahre bringt Persönlichkeiten wie Albert Einstein und George Bernard Shaw auf die Bühne.

Wilke Weermann und Ersan Mondtag bei der Verleihung des 31. B.Z. Kulturpreises 2025 im Theater am Potsdamer Platz.
Wilke Weermann (links) gemeinsam mit Theaterregisseur Ersan Mondtag bei der Verleihung des B.Z. Kulturpreises 2025 in Berlin.

Bevorzugt behandelt werden, weil man konventionell schön ist? Das beschreibt das Phänomen „Pretty Privilege“. Das gleichnamige Theaterstück feiert am 7. Februar seine Uraufführung am Schauspiel Stuttgart.

Autor und Regisseur ist das hochgelobte Nachwuchstalent Wilke Weermann, den die Presse in der Vergangenheit unter anderem als eine der interessantesten Persönlichkeiten der deutschen Theaterlandschaft betitelte. „Pretty Privilege“ beleuchtet den Schönheitskult durch Social Media in Verbindung mit Oscar Wildes Klassiker „Das Bildnis des Dorian Gray“.

Oper mit preisgekrönter Kino-Vorlage

"Breaking the Waves" (1996), Regie: Lars von Trier. Im Bild: Emily Watson und Stellan Skarsgård
Vorlage für die Opernweltpremiere: Lars von Triers vielfach ausgezeichnetes Drama "Breaking the Waves".

Auch in Karlsruhe feiert eine Oper Premiere, die vielen als Film bekannt sein dürfte: „Breaking the Waves“ startet ab dem 18. Januar auf der großen Bühne des Badischen Staatstheaters. Der gleichnamige Film von Lars von Trier (1996) ist mehrfach preisgekrönt und beschäftigt sich mit Glauben, Naivität und Selbstfindung.

Die hoch renommierte amerikanische Komponistin Missy Mazzoli gab dem Stoff nun sein musikalisches Gewand. Dabei haben, so die Ankündigung des Staatstheaters, die starken Figuren ebenso viel Raum wie der kritische Blick auf eine bigotte Gesellschaft.

In den Zwischenräumen tanzen

Die Katalanin Paloma Muñoz ist eine der größten Tanz-Choreografinnen der Gegenwart. 2022 wurde sie etwa mit dem Berner Tanzpreis ausgezeichnet. In „Im Mohnfeld“ erkundet Muñoz am Mainzer Staatstheater zusammen mit zehn Tänzern und Tänzerinnen Schwellenräume: Zwischen Vergangenheit und Zukunft, Tier und Mensch, Gewalt und Zärtlichkeit, hinein in die Graubereiche.

Dabei setzt Muñoz auf radikale Körperlichkeit: Ihre Choreografien zeigen animalische, rituelle und mystische Elemente. Eine intensive, sinnliche Reise, so beschreibt es das Staatstheater Mainz. „Im Mohnfeld“ feiert am 18. April seine Uraufführung.

Zwei Städte, zwei Perspektiven Zwischen Polarkreis und Protest: Oulu und Trenčín sind Europas Kulturhauptstädte 2026

Kulturprogramme zwischen indigener Kultur und politischer Botschaft: Finnlands Oulu feiert die Sami-Kultur, während Trenčín in der Slowakei auf europäische Offenheit setzt.

Stuttgart

Gespräch Massive Kürzungen für die Kultur im Stuttgarter Doppelhaushalt

Stuttgart muss sparen, wie viele andere Kommunen im Südwesten auch. Die Haushaltsplanung sieht jetzt massive Kürzungen im Kulturbereich vor.

SWR Kultur am Morgen SWR Kultur

So steht es 2026 um die Kultur Olaf Zimmermann: Freie Kulturszene steht unter Druck – trotz mehr Geld

Kulturpolitik sollte nicht darauf beschränkt sein, mehr Geld auszugeben. Es sei gut, dass der Bund mehr Geld bereitstelle, doch davon profitierten vor allem große Einrichtungen.

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Mainz

Kabarett, Kleinkunst, Comedy Deutscher Kleinkunstpreis 2026 geht unter anderem an Claus von Wagner und Dr. Pop

Die Jury rund ums Mainzer „Unterhaus“ hat die Preisträger des renommiertesten Deutschen Comedy- und Kabarettpreises bekannt gegeben – darunter auch Clownin Gardi Hutter und der Comedian Abdelkarim.

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Autor/in
Ines Kunze
Team SWR Kultur: Autorin InesKunze