Teppich-Wolken und musizierende Bäume

Grenzen aufsprengen: Die Künstlerin Nevin Aladağ

Die Künstlerin Nevin Aladağ liebt bunte Ornamente, experimentiert mit Klängen und lässt Grenzen verschwimmen. Für ihre Arbeit wurde sie im Juli mit dem Landespreis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

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Von Autor/in Kristine Harthauer

Sie lässt die Wüste erklingen, ummantelt Basketbälle mit Teppich-Fragmenten und sucht nach den Mustern und Klängen einer Stadt. Die Künstlerin Nevin Aladağ ist in der Türkei geboren und in Stuttgart aufgewachsen.

Mittlerweile lebt sie in Berlin, wo auch ihr Atelier ist. Dort kommen Farben, Texturen und Muster zusammen. Herkünfte, Traditionen, Ornamente und Klänge verschwimmen bei ihr zu farbenfrohen Kunstwerken.

Kunsthalle Karlsruhe, Nevin Aladağ "Cloud luminous"
Kunsthalle Karlsruhe, Nevin Aladağ "Cloud luminous" VG Bild-Kunst, Foto: Anaaguilera

Muster und Ornamente aus aller Welt

„Ich sammle eigentlich aus unterschiedlichen Städten und Ländern Muster, die mir in der Architektur oder im öffentlichen Raum begegnen“, sagt Nevin Aladağ. In ihren Arbeiten kombiniert sie diese Muster und setzt sie so einen neuen Kontext. Nevin Aladağ bricht dadurch mit folkloristischen Klischees. Es gehe darum, dass es im Prinzip keine Grenzen gebe und die Ornamente nicht aufzuhalten seien, so die Künstlerin.

Freiheit besteht für mich im Prinzip auch in der Idee der Grenzenlosigkeit. Also wie kann man Grenzen aufsprengen, gedankliche, aber eben auch räumliche?

Klangkunst mit und in der Stadt

Nevin Aladağ überschreitet auch die Grenzen zwischen Kunstformen, zum Beispiel in ihren Videoinstallationen. Dabei verbindet sie Installation, Video, Klang und Musik:

„Die Instrumente selber werden quasi zu Protagonistinnen, es gibt keine Menschen, wie man sieht, aber die Instrumente rollen durch die Stadt, werden von der Stadt gespielt, vom Fahrtwind, sodass sie im Prinzip Stellvertreterinnen sind für die Demografie der Stadt“, sagt Nevin Aladağ.

Auszeichnung mit dem Landespreis für Bildende Kunst

Überraschend, humorvoll und bunt sind die Arbeiten von Nevin Aladağ. Aber sie haben immer auch eine politische Seite. „Das, was eigentlich gerade leider weltweit passiert, dass man versucht, wieder neue Grenzen aufzuziehen, das ist nicht realistisch und das spiegelt auf gar keinen Fall wider, wie die Welt funktioniert und wie sie sich auch weiterentwickeln wird“, sagt Nevin Aladağ.

Insofern blickten ihre Arbeiten auch in die Zukunft und versuchten so „die Angst davor zu nehmen, dass ein Zusammentreffen immer etwas Bedrohliches sein muss, sondern im Gegenteil eigentlich eine Bereicherung sein kann“, so die Künstlerin.

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