Cocktails inspiriert von Meisterwerken verschiedener Epochen

Kunst im Glas: Wie schmeckt ein Gemälde?

In Karlsruhe kann Kunst nicht nur betrachtet werden, sondern auch getrunken werden. Bartender Mo Kaba hat sich von Bildern der Kunsthalle zu kreativen Cocktails inspirieren lassen.

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Von Autor/in Uta Meyer

„Süß, feurig und geheimnisvoll“ – der Geschmack von Rubens

Das Bildnis von Veronica Spinola Serra von Peter Paul Rubens zeigt die Genueser Adlige in einer schwarzen Robe mit imposantem Kragen und Perlen. „Süß, feurig, geheimnisvoll – der Garten Eden mit einem dunklen Lächeln“, so soll das Bild schmecken Gemälde, findet zumindest Mo Kaba.

Das Bildnis der Veronica Spinola Serra von Peter Paul Rubens zeigt die Genueser Adlige wie sie auf einem roten Sessel thront.
Das Gemälde entstand etwa um das Jahr 1605 und war vermutlich für den Ehemann der Porträtierten, Geronimo Serra, bestimmt. Pressestelle Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

In seiner Bar „Salon Ruppel“ in der Amalienstraße macht er Kunst sinnlich erfahrbar, indem er Bilder der Kunsthalle Karlsruhe in Cocktails verwandelt. Gemeinsam mit dem Designer Sven Kaun-Feederle hat er sich auf die Suche nach den passenden Bildern gemacht. Neben Peter Paul Rubens haben unter anderem auch Werke von Paul Klee, Caspar David Friedrich oder Ernst Ludwig Kirchner den Bartender inspiriert.

Von der Kunst inspiriert, für den Gast interpretiert

Bei der Umsetzung der Bilder in Drinks ging es ihm dann nicht einfach um die Farben der Bilder, sondern vor allem auch um Emotion. „Ich muss den Drink so präsentieren, dass es dem Bild entspricht und dem, was ich empfunden habe“, sagt Mo Kaba.

„Die mystische Heirat der Heiligen Katharina“, ein Andachtsbild der Malerin Lavinia Fontana aus dem 16. Jahrhundert, zeigt beispielsweise das Christuskind auf dem Schoß seiner Mutter, wie es der Heiligen Kataharina einen Ring an den Finger steckt. Auch aus diesem Bild hat Mo Kaba einen Cocktail gemacht – unter anderem mit Tequila, Mezcal, Schokolade und Salz.

„Das ist ein Drink, der sehr beschützend ist, aber gleichzeitig auch diese erdige Note verlangt. Und die salzige Note verlangt durch das Meer, hinten ist“, beschreibt der Bartender seine Umsetzung.

Internationale Anerkennung für kreative Idee

Bevor die Bar öffnet, ist Mo Kaba mindestens sieben Stunden mit den Vorbereitungen für seine hochkomplexen Drinks beschäftigt. Designer Svan Kaun-Feederle hat außerdem eine besondere Barkarte gestaltet, die sogar mit dem „Creative Media Award“, einem internationalen Design-Preis ausgezeichnet wurde.

„Man kommt nicht hierher, um zu trinken, sondern um Erlebnisse zu haben“, so der Mo Kaba, der sich selbst auch als Künstler versteht.

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Uta Meyer
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Theresa Berwian
Theresa Berwian, Team SWR Kultur