Es ist erst fünf Jahre her, dass Aiki Miras erste Erzählung erschien. Seither hat sie fünf Romane sowie etliche Erzählungen publiziert, die mehrfach mit dem Kurd-Laßwitz-Preis und dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet wurden. Eine enorme Produktivität!
Zuletzt erschien Aiki Miras Roman „Denial of Service“ sowie ein Erzählband namens „Deshalb kann ich nicht fort“.
Frankfurt wird Privatstadt
In „Denial of Service“ geht es um die Stadt Frankfurt, die bei Aiki Mira noch im 21. Jahrhundert komplett privatisiert sein wird. In den klimatisierten Hochhäusern residieren die Mächtigen, während sich unten auf Straßen und Plätzen die obdachlosen Kids treffen.
Ihre Körper sind allerdings auch bereits mehr oder weniger durchtechnisiert. Das Abenteuer beginnt, als sich zwei Teenager eine digitale Droge injizieren.
Utopische Science Fiction
Aiki Mira hat Medienkommunikation studiert und denkt diese in der Literatur weiter. Ihr Weltenbau ist weitsichtig und steckt voll überraschender Details.
SciFi neigt gemeinhin zur Dystopie. Leicht für die Menschheit wird es auch in Aiki Miras Zukunftsentwürfen nicht, trotzdem gibt es darin stets freundliche Gemeinschaften, die durchaus utopisches Potenzial besitzen.
Aiki Miras vernetztes Städteuniversum
„Ich träume eine ganze Weile in einer Romanwelt, bevor ich wirklich schreibe“, sagt Aiki Mira im SWR Kultur Gespräch. „Trotzdem versuche ich, immer offen zu bleiben für das Überraschende.“
Wie zukünftige Städte funktionieren, interessiert Aiki Mira besonders. Im Roman „Neurobiest“ ging es um Berlin, im Roman „Neongrau“ um Hamburg, und in „Denial of Service“ jetzt um Frankfurt.
Nach und nach habe ich gemerkt, dass ich an einem Universum schreibe, das zusammenhängt, also an einer Art vernetztem Städteuniversum.
Die Gegenwart fühlt sich an wie Vergangenheit
Wie ist es, im Hamburg der Gegenwart zu leben, im Kopf aber zumeist in zukünftigen Welten unterwegs zu sein?
„Tatsächlich habe ich oft das Gefühl, in der Realität eher in der Vergangenheit zu leben“, sagt Aiki Mira. „Ich beschäftige mich sehr viel mit den neuesten Ideen z.B. in der Wissenschaft.“
Diese Ideen würden aktuell erst entwickelt und daher offiziell noch kaum kommuniziert:
„Auch in den Gesellschaftswissenschaften gibt es schon Diskurse, die viel weiter sind, als wir sie jetzt schon leben, viel offener und progressiver.“
All dies nutzt Aiki Mira in ihren Büchern, entwirft neue Gesellschaften und macht damit unser Denken elastisch.
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