Diskutiert auf Platz 2 der SWR Bestenliste Oktober 2025
Die Schweizerin Dorothee Elmiger schreibt komplexe, formal ausgesprochen durchdachte Romane. Davon sollte niemand sich abschrecken lassen, denn die Lesearbeit, die man in Elmigers Bücher investieren muss, lohnt sich.
Für ihren 2020 erschienenen Band „Aus der Zuckerfabrik“ war die 1985 geborene Schweizerin sowohl für den Deutschen als auch für den Schweizer Buchpreis nominiert. Darin arrangierte Elmiger in Fragmenten, Notizen und Montagen unterschiedlicher Textformen historische Fundstücke und Selbstbeobachtungen der Autorin zu einem dichten Geflecht, in dem immer wieder deutlich wird, dass alles, was in Sprache gefasst und verhandelt wird, letztendlich immer poetisch und politisch zugleich ist.
Das ist der Roman des Jahres 2025 Deutscher Buchpreis 2025 für Dorothee Elmiger: „Die Holländerinnen"
Der Deutsche Buchpreis 2025 geht an Dorothee Elmiger für den Roman „Die Holländerinnen". Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2025 wurde aus 229 Romanen gewählt. Eine überzeugende Entscheidung.
Der neue Roman „Die Holländerinnen“ umfasst gerade einmal 160 Seiten und dringt doch sehr tief und sprachlich versiert in menschliche Abgründe und Ängste vor. Es beginnt mit einem Anruf, der eine Schriftstellerin im Auto erreicht. Am Telefon ein berühmter Theatermacher, „dessen Name ihr zwar ein Begriff gewesen, dem sie aber bis dahin selbst nie begegnet sei.“
Und weiter: „Er baue an einer großen Theatermaschine, habe er oft erklärt, es gehe ihm um nichts weniger als einen neuen, einen hypnotischen Realismus, wie ihn eben nur das Theater, dieser Ort der ständigen Doppelung, schaffen könne, wo Wirklichkeit und Fiktion, wie es ein bekannter deutscher Dramatiker so treffend beschrieben habe, aufeinanderträfen und in einer »heiligen Kollision« ihre Fassung verlören.“
Sechs Romane sind nominiert Das ist die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025
Die Finalistinnen und Finalisten für den Deutschen Buchpreises stehen fest: Dorothee Elmiger, Kaleb Erdmann, Jehona Kicaj, Thomas Melle, Fiona Sironic und Christine Wunnicke.
Eine Annäherung an Werner Herzog und Francis Ford Coppola. Wenige Wochen später bricht die Schriftstellerin gemeinsam mit einer Gruppe auf in den Urwald. Ein beunruhigender Trip in Zwischenzonen des Daseins, in denen auch die Sprache zu versagen droht.