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Lukas Rietzschel: Sanditz

Eine Kleinstadt im Lausitzer Braunkohlerevier, eine Familie mit wendungsreichen Biografien über Jahrzehnte. Lukas Rietzschel erzählt feinfühlig vom Osten.

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Lukas Rietzschel wurde 1994 in Räckelwitz geboren, einer Kleinstadt in der sächsischen Oberlausitz. Er gehört somit zu jener Generation von ostdeutschen Schriftstellern, die zwar die DDR nicht mehr erlebt haben, sich aber nun mit deren Erbe, sei es familiär, sei es politisch, schreibend auseinandersetzen.

Sein Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ wurde auf Anhieb ein riesiger Erfolg. Rietzschel erzählt darin von zwei Brüdern, die in der sächsischen Provinz aufwachsen, deren Wut in den Jahren 2000 bis 2015 angesichts der zunehmenden Perspektivlosigkeit wächst und schließlich in rechtsextremen Positionen mündet.

Im Mittelpunkt steht die DDR

Auch die Kleinstadt Sanditz, die Rietzschels neuem Roman den Titel gibt, ist ein fiktiver Ort im Lausitzer Braunkohlerevier. Der Roman wechselt zwischen den letzten Jahren der DDR, der friedlichen Revolution 1989 und unserer Gegenwart bis zum Beginn des Ukrainekriegs.

Im Mittelpunkt steht die Familie Wenzel, die in DDR-Zeiten in der Kirchengemeinde aktiv war und der oppositionellen Szene angehörte. Nach und nach nimmt Lukas Rietzschel die einzelnen Mitglieder der Familie Wenzel und einige Bewohner der Kleinstadt in den Blick und erzählt ihre Geschichten.

So entsteht ein Panorama der Wendezeit bis heute. Dabei schreibt Lukas Rietzschel bemerkenswert detailliert. Er lässt sich Zeit für genaue Alltagsbeobachtungen, zeichnet Landschaften und Menschen mit viel Präzision, Feingefühl und Respekt.

„Sanditz“ vertritt keine großen Thesen, es gibt keine moralischen Kommentare. Stattdessen lässt er seine Figuren sprechen.

Dabei geht es um große gesellschaftliche Fragen – um Heimat und Zugehörigkeit, und darum, wie sich Konflikte durch Familien und Freundschaften ziehen. Wer „Sanditz“ liest, bekommt Ostdeutschland nicht erklärt, aber sehr genau erzählt.

Neuer Roman von Lukas Rietzschel Wer „Sanditz“ liest, bekommt Ostdeutschland nicht erklärt, aber sehr genau erzählt

Von der DDR über die Wende bis zur Corona-Zeit: In „Sanditz“ zeichnet Lukas Rietzschel das Panorama einer ostdeutschen Familie – und einer Gesellschaft im Wandel.

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SWR