Ein deutscher Herbst

Hochspannend: Andreas Pflügers Thriller „Kälter“

Andreas Pflüger hat einen weiteren hochspannenden und glänzend recherchierten Thriller geschrieben: In „Kälter“ kämpft eine Agentin gegen die Gespenster der deutschen Vergangenheit, die höchst lebendig sind.

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Stand

Andreas Pflüger ist ein vielseitiger Schriftsteller. 27 Drehbücher für den „Tatort“ hat er geschrieben, dazu Theaterstücke und Hörspiele. Berühmt wurde der in Thüringen geborene und in Berlin lebende Autor allerdings mit seinen glänzend recherchierten und hochspannenden Kriminalromanen. Spätestens seit seinem Bestseller „Wie sterben geht“, erschienen 2023, ist Andreas Pflüger ein Star.

Sanfter Auftakt auf Amrum

Sein neuer Thriller „Kälter“ ist ein Buch mit verwickelter Handlung und spektakulären Actionszenen. Ganz Pflüger-untypisch geht er „Kälter“ aber eher gemächlich an: Herbst 1989. Lucy Morgenroth ist Polizistin auf der Insel Amrum. Dass sie früher einmal ein anderes Leben hatte, ahnen die Einheimischen spätestens seit jenem Tag, an dem Lucy einen Mann ins Krankenhaus brachte, der zuvor seine Frau misshandelt hatte.

Ein RAF-Terrorist im Dienst des KGB

Doch auch auf der beschaulichen Insel wird Lucy mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, in Gestalt von fünf Killern, deren Mission blutig scheitert. Diese Ouvertüre ist der Ausgangspunkt für eine auf verschiedenen Zeitebenen angesiedelte Geschichte, die zwischen Israel, Berlin, Pullach und Wien hin- und herspringt. Lucys sinisterer Gegner ist ein ehemaliger RAF-Terrorist, der nun für den KGB und die Stasi arbeitet.

Kontakte zum Geheimdienst

Fünf Terroristen wurden im Jahr 1975 nach der Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz nach Aden ausgeflogen. Jener „Babel“, wie sein Deckname in „Kälter“ lautet, ist der sechste Terrorist, den Pflüger sich ausgedacht hat. Dieser Gedanke war der Ausgangspunkt für den Roman.

„Bevor ich ein Buch anfange“, sagt Andreas Pflüger, „frage ich mich: Warum will ich genau diese Geschichte schreiben? Was hat sie mit mir zu tun?“ Die RAF-Zeit hat den Autor, Jahrgang 1957, tief geprägt. Im Milieu der Geheimdienste kennt Pflüger sich dank langjähriger Kontakte bestens aus.

Verpasster Mauerfall

Im Interview erzählt er davon, wie er den Mauerfall in Berlin verpasst hat, von erfundenen und wahren historischen Ereignissen und von kuriosen Schulungsmethoden der Geheimdienste in der Zeit des Kalten Kriegs.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Gespräch führte
Christoph Schröder
Gespräch mit
Andreas Pflüger