Andreas Pflüger schafft es, mit einer fast chirurgisch-präzisen Krimisprache seine Leserschaft an seine Bücher zu fesseln. Was der Mann macht, hat einen Plan: saubere und intensive Recherche, dann mehrere Monate ein komplett "unsoziales" Leben in der Zeit, in der er jeweils das neue Buch schreibt. Und wenn es dann fertig ist, gehen die ersten Überlegungen für das neue los. Bestseller im Zwei-Jahres-Takt.
Vergangenheit
Pflügers Bücher spielen in der Vergangenheit. Auf aktuelle Themen hat er wenig Lust. Da wird letztendlich "ein USB-Stick gejagt" mit den entscheidenden Informationen. Nicht sein Ding. "Kälter", das zuletzt erschienene Buch, spielt in den 80ern und 90ern. In einer Zeit, in der alles analog läuft bei Hauptdarstellerin Luzy Morgenroth. Die am Anfang als Inselpolizistin auf Amrum in Erscheinung tritt, aber dort nur Pause macht in ihrer Existenz als Geheimagentin. Leichen pflastern ihren Weg, aber es erscheint alternativlos …
Taxi
Sieben Jahre lang fuhr Pflüger nachts Taxi in Berlin, schlief ein paar Stunden und schrieb dann an Werken, für die die Verlage so viele Absagen schickten, dass es zum Tapezieren einer Wohnung reicht. Dann kommt doch der Durchbruch. Mit Drehbüchern, Hörspielen und Romanen. Und nicht zuletzt mit dem Tatort. Pflüger gehört zu den Erfindern des Weimarer Tatort-Teams mit Nora Tschirner und Christian Ulmen.
Recherche
Pflüger konzentriert sich seit einigen Jahren ausschließlich auf das Schreiben seiner Krimi-Romane. Und überlässt nichts dem Zufall. Seine Bücher spielen an diversen Schauplätzen, das aktuelle zum Beispiel in Jerusalem und Berlin zur Zeit des Mauerfalls. Fast alle Schauplätze bereist er vorher, um sie möglichst authentisch darzustellen. Pflüger hatte sogar als erster Krimi-Autor die Gelegenheit, den eigentlich hochgeheimen Bundesnachrichtendienst in Pullach bei München zu besichtigen.