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Mit neuen Büchern von Helga Schubert, András Visky und Tom Hillenbrand

Helga Schubert zieht die Bilanz ihres Lebens, András Visky hat ein gewaltiges Buch über die stalinistischen Lager in Rumänien geschrieben, und die Autorin Eva Pramschüfer erzählt von ihrer Leidenschaft für Jane Austen.

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Stand

Ostfrau wider Willen

Vor fünf Jahren gewann die Berlinerin Helga Schubert beim Wettlesen in Klagenfurt den Ingeborg Bachmann-Preis. Da war sie 80 Jahre alt und feierte ein Comeback.

Jetzt hat Helga Schubert sich Zeit genommen und ihr Archiv sortiert, hat alte Texte aus den letzten Jahrzehnten geordnet, auch einige neue hinzugefügt. Herausgekommen ist der Band „Luft zum Leben“, in dem Texte aus der Zeit von 1960 bis 2025 gesammelt sind.

Mehr als nur Liebesromane

„Verstand und Gefühl“, „Stolz und Vorurteil“, „Emma“, um nur drei Titel zu nennen. Innerhalb von 6 Jahren, zwischen 1811 und 1817, schrieb Jane Austen sechs Romane, allesamt unter dem Pseudonym „by a lady“, das erst nach ihrem frühen Tod im Jahr 1817 gelüftet wurde.

In diesem Jahr, am 16. Dezember, wäre Jane Austen 250 Jahre alt geworden. Die Autorin Eva Pramschüfer hat für die neue Reclam-Gesamtausgabe von Jane Austens Romanen das Nachwort verfasst. Ein Gespräch über die Aktualität eines Klassikers.

Gott und Lager

Fünf Jahre hat András Visky an seinem ersten Roman geschrieben, der in Ungarn zu einem Sensationserfolg wurde und jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Visky gehört zur ungarischen Minderheit in Rumänien. Als jüngstes von sieben Kindern wurde er im Jahr 1959 mit seinen Geschwistern und der Mutter in ein Lager deportiert.

Der Vater, ein Pfarrer und Dissident, kam ins Gefängnis und wurde dort gefoltert. Nun hat Visky ein Buch über die Geschehnisse aus kindlicher Ich-Perspektive geschrieben, die in einen Dialog mit anderen Stimmen tritt.

Der Hundemensch vom Bodensee

Im Juli 2023 ist Martin Walser in seinem Haus am Bodensee im Alter von 96 Jahren gestorben. Walser war mehr als nur ein literarischer Chronist der Bundesrepublik – seine Debattenbeiträge waren scharf und oft umstritten, seine Auftritte energetisch.

In der Edition Isele sind nun drei Bände mit Texten von und über Martin Walser erschienen. Es geht um Hunde und um Leipzig als Lesestadt. Und der Walser-Kenner Jörg Magenau hat einen Band mit seinen Essays über Martin Walser zusammengestellt.

Die KI, die die Welt rettet

Ein Supercomputer, der erfunden wurde, um die Menschheit zu retten und der außer Kontrolle gerät. Ein Kommissar, der es in Wien im Jahr 2095 mit zwei Frauenleichen zu tun bekommt, die komplett identisch sind.

Tom Hillenbrand verbindet in seiner „Hollogrammatica“-Reihe Science Fiction mit Krimi – und stellt eine Frage in den Mittelpunkt: Ist die KI Freund oder Feind?

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Redakteur/in
Christoph Schröder
Moderator/in
Christoph Schröder