„Lieber nicht“ – eine Absage mit Signalwirkung
Als Ralf Rothmann 2015 den Deutschen Buchpreis ablehnte, war das mehr als eine persönliche Entscheidung. Mit dem berühmten Bartleby-Zitat „Ich möchte lieber nicht“ entzog er sich einem medialen Wettbewerb, der über Wochen hinweg Romane gegeneinander ausspielt. Für Rothmann hatte das wenig mit Literatur, viel mit Zirkus zu tun.
Literatur zwischen Krise und Kontroverse Mit neuen Büchern von T. C. Boyle, Götz Aly, Édouard Louis und Tanja Paar
Neue Romane und ein Gespräch über Literatur als Wettbewerb mit Arnold Maxwill. Und: Schreiben nach dem 7. Oktober als Thema beim Internationalen Literaturfestival Berlin.
Preis als Marketingmaschine
Der Deutsche Buchpreis sorgt für enorme Sichtbarkeit – aber auch für Dauererregung im Feuilleton. Über acht Wochen werden Bücher verglichen, auf- und abgewertet. Autorinnen und Autoren sind diesem Prozess ausgesetzt, ohne eine echte Möglichkeit, Einspruch zu erheben. „Das hat mit dem Schreiben selbst kaum etwas zu tun“, sagt Literaturwissenschaftler Arnold Maxwill.
Sechs Romane sind nominiert Das ist die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025
Die Finalistinnen und Finalisten für den Deutschen Buchpreises stehen fest: Dorothee Elmiger, Kaleb Erdmann, Jehona Kicaj, Thomas Melle, Fiona Sironic und Christine Wunnicke.
Solidarische Alternativen?
Wie könnten Preise aussehen, die weniger Marketing und mehr Förderung sind? Maxwill verweist auf Gesten der Solidarität, etwa Autor:innen, die Preisgelder untereinander teilen. Doch die Lust am Sieger bleibt groß – auch beim Publikum. Der Deutsche Buchpreis habe es trotz Kritik geschafft, sich seit über 20 Jahren als feste Institution zu etablieren.